Das 169-Millionen-Projekt für ein neues Eishockey-Stadion in Zürich Altstetten steht auf Messers Schneide. Der Zürcher Stadtrat hat sich zwar längst geeinigt mit den Investoren Walter Frey (ZSC-Präsident), Peter Spuhler (Vizepräsident) und der Swiss Life. Aber es braucht noch die Zustimmung des Stadtparlaments, und dessen zuständige Kommission hat Vorbehalte. Sie wurden auch am Donnerstag nicht ausgeräumt, als sich die Gemeinderats-Kommission mit Vertretern der ZSC Lions getroffen hat, um über fünf Anträge von links-grüner Seite zu beraten.

Die Investoren machten klar, dass sie zu keinen weiteren Zugeständnissen bereit sind. Die SP – klar grösste Fraktion im Gemeinderat – stört sich am jährlichen Beitrag von 2 Millionen Franken, den die Stadt an die Betriebskosten der Arena zahlen soll. SP-Vertreter wollen den Investoren darum Vorschriften machen, wie sie allfällige Gewinne zu verwenden hätten: nämlich für eine schnellere Amortisation des Darlehens beziehungsweise für die Nachwuchsförderung.

Die Investoren signalisierten nun klar, dass sie solche Eingriffe nicht akzeptieren und in dem Fall das Stadionprojekt abblasen würden. «Wenn die SP an ihren Anträgen festhält, dann wäre dies das Ende des Stadions», sagt ein Kommissionsmitglied. «Die SP würde dann als Totengräberin der ZSC-Arena in die Geschichte eingehen.» In einem Punkt sind die Investoren jedoch bereit zu einem Kompromiss: Die GLP will die 2-Millionen-Zahlungen auf 20 Jahre befristen. Im vom Stadtrat ausgehandelten Vertrag sind 65 Jahre vorgesehen (gleich lange, wie der Kredit läuft). Die ZSC-Investoren signalisierten, dass eine kürzere Laufzeit kein No-Go sei.

Endlich steht nun auch fest, wann der Gemeinderat über das Stadionprojekt entscheidet: Es ist für den 15. Juni traktandiert. Im Fall einer Zustimmung hat das Volk das letzte Wort. Die Abstimmung wäre im Herbst. Die ZSC Lions könnten 2022 vom Hallenstadion in die neue Arena umziehen.

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