Die Entwicklung ist besorgniserregend: Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Anzahl schwerer Infektionen durch multiresistente Keime fast verdoppelt. Die vom Bund beauftragte Überwachungsstelle anresis zählt für 2016 knapp 12 600 Infektionsfälle in Schweizer Spitälern. «Seit 2008 haben solche Infektionen stark zugenommen», sagt Christoph Fux, Chef-Infektiologe am Kantonsspital Aarau. Damit zeigt sich: Die Folgen des Resistenzproblems bei Antibiotika sind auch in der Schweiz in bedenklichem Ausmass angekommen. Die meisten Infektionsfälle gehen mit einer Blutvergiftung einher und müssen aufwendig im Spital behandelt werden. Die Übeltäter sind krankmachende Bakterien, die gegen immer mehr Antibiotika, teilweise auch schon gegen alle, resistent sind. Neben langwierigen Behandlungen kommt es vereinzelt auch zu Amputationen oder gar zum Tod. Die Schweizer Gesellschaft für Infektiologie schätzt, dass jährlich etwa 300 Menschen in der Schweiz an einer Infektion durch multiresistente Keime sterben.

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