VON NADJA PASTEGA

Die Kantonspolizei Zürich schlug im Juli zu: Sie schnappte in Winterthur ZH eine zehnköpfige Kinderbande. Die minderjährigen Täter hatten mehrmals Passanten ausgeraubt. Einige Bandenmitglieder waren bei den Überfällen bewaffnet. Die kriminelle Kinder-Clique setzte auch «physische Gewalt» ein, wie es in einem internen Polizeibericht heisst, der dem «Sonntag» vorliegt.

Patrik Killer von der Jugendanwaltschaft Winterthur bestätigt den bisher nicht publik gewordenen Fall: «Gegen diese zehn Jugendlichen wurde ein Verfahren eingeleitet.»

Erschreckend: Rädelsführer Thiago F.* ist 14 Jahre alt. Auch die Bandenmitglieder Alejandro B.* und Pllumb Z.* sind erst 14, Leonardo M.* ist sogar erst 13. Hamza S.*, Montazar A.*, Sardar A.* und Taulant G.* sind 15-, Sabahudin I.* und Dzemail A.* 16-jährig.

Alle Mitglieder der Räuberbande sind in der Region Winterthur wohnhaft. Alle haben einen Migrationshintergrund. Bei allen handelt es sich um Schulabgänger – einige stehen kurz davor, andere haben die Schule bereits geschmissen. Und: Mehr als die Hälfte sind Wiederholungstäter. Sie begingen bereits ähnliche Delikte: «Sechs der zehn Jugendlichen sind vorbestraft», sagt Jugendanwalt Patrik Killer.

Banden-Chef Thiago F.* schnappte die Polizei zunächst wegen Hehlerei. Der 14-Jährige zeigte sich davon unbeeindruckt. Noch während die polizeilichen Ermittlungen liefen, wurde Thiago F.* erneut straffällig – und er steigerte sein Repertoire sogar noch: Nun verlegte er sich auf Raubüberfälle.

Dieses neue Ermittlungsverfahren wegen Raub kam ins Rollen, nachdem ein 15-jähriges Opfer im Mai bei der Polizei Anzeige erstattete. Der Jugendliche sagte aus, dass er ab Februar in der Nähe des Winterthurer Bahnhofs von Thiago F. und dessen Kumpanen mehrfach genötigt worden sei, Geld herauszurücken.

Die Bande habe verbal gedroht, ferner sei ein Messer gezeigt worden. «Schliesslich kam es auch zu zwei Vorfällen, bei welchen dem Geschädigten nach Anwendung von physischer Gewalt Geld geraubt worden war», heisst es im Bericht der Kantonspolizei Zürich.

Die Kapo dehnte ihre Ermittlungen auf das Umfeld von Thiago F. aus – und stiess auf die übrigen neun Bandenmitglieder. Wie sich zeigte, war die Clique auch in der Winterthurer Altstadt regelmässig aktiv: Auch hier raubten sie mehrere Passanten aus. Laut Polizeiangaben sind alle Raubdelikte «nach ungefähr dem gleichen Strickmuster abgelaufen».

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