Public Viewing um Mitternacht: Das sind die fussballfreundlichsten Städte

Heisse Sommernächte: Public Viewing in Bern bei der EM 2008. Foto: Keystone

Heisse Sommernächte: Public Viewing in Bern bei der EM 2008. Foto: Keystone

Wo die WM-Spiele bis tief in die Nacht gezeigt werden dürfen – ein Städte-Ranking.

Fussball ist ein Teamsport, Fussball-Schauen auch. Mitten im Sommer wollen Bars und Cafés von der Fussball-Weltmeisterschaft profitieren – und Spiele im Freien zeigen. Doch weil die Fussball-WM in Brasilien stattfindet, stellt das Grossereignis auch eine Belastungsprobe zwischen Nachtruhe und Sportbegeisterung dar.

Elf Vorrunden-Spiele, darunter der Knaller England - Italien, beginnen erst um Mitternacht Schweizer Zeit, eines gar erst um drei Uhr. Eine Umfrage bei Schweizer Städten zeigt: So streng wie vor wenigen Wochen verlautbart, ist es nicht. «Schock vor Brasil-WM: Ab Mitternacht ist Public Viewing verboten», titelte damals der «Blick».

Doch Ausnahmeregelungen und Kulanz machen heisse WM-Nächte auch in der Schweiz möglich. Fussballfans können in vielen Städten bei den Mitternachtsspielen outdoor mitfiebern. An die liberale Spitze des Städterankings setzen sich Basel und Lausanne. «Grundsätzlich haben öffentlich zugängliche Gaststätten das Recht, die Spiele der WM draussen zu zeigen», sagt Sébastien Jost von der Stadtpolizei Lausanne. Das gelte auch für die Mitternachtsspiele. Jedes Gesuch werde aber individuell geprüft. Ebenso liberal ist die Fussballstadt Basel. Dort können Bars und Cafés ohne spezielle Bewilligung alle Spiele draussen zeigen. Public-Viewing-Veranstaltungen brauchen eine Bewilligung, welche die Stadt im Normalfall erteilt.

Einen WM-freundlichen Weg geht auch Genf. Dort können Barbetreiber ihre TV-Geräte problemlos draussen aufstellen, solange sie keinen öffentlichen Grund beanspruchen. Ob die Gäste ihren Favoriten auch in tiefer Nacht und unter freiem Himmel zujubeln können, hängt von den bewilligten Öffnungszeiten der einzelnen Gaststätte ab.

Fussballbegeistert zeigt sich auch die Ostschweiz. Public-Viewing-Veranstalter und Gastro-Betriebe können in St. Gallen eine Spezialbewilligung für Spät-Spiele anfordern. Sollten Matches wie geplant in der AFG-Arena gezeigt werden, wäre die Veranstaltung eine der grössten während der WM. Die Chancen stehen gut. Noch ist kein offizieller Entscheid gefallen. Weil sich die Arena aber im Industriegebiet befindet, sieht die Polizei keine grösseren Lärmprobleme.

Die Rolle der Spassbremsen kommt Bern, Luzern, Winterthur und Zürich zu. Diese Städte wollen grundsätzlich keine Outdoor-Übertragungen von Spielen, die nach 22 Uhr beginnen. In der Limmatstadt ist der Schlusspfiff aber noch nicht ertönt: Wie die Stadt mit Veranstaltungen auf privatem Grund verfahre, sei noch nicht klar, sagt Polizeisprecher Marco Cortesi. Darüber entscheidet die Stadt je nach Anfrage.

Ungeklärt ist die Situation in Aarau. Daniel Ringier, Chef der Stadtpolizei, stellt allerdings in Aussicht, dass Ausnahmebewilligungen erteilt würden. Fans unserer Nati müssen nicht zittern. Spiele der Schweiz dürfen überall draussen gezeigt werden. Die beginnen spätestens um 22 Uhr und unterliegen keinen Restriktionen.

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