„Deutlich über 100‘000 Unterschriften“ seien gegen die Managed-Care-Vorlage zusammengekommen, sagt Markus Trutmann, Generalsekretär der fmCh, dem Dachverband von 16 chirurgisch und invasiv tätigen Fachgesellschaften. Damit ist das Referendum mit einer fast historisch anmutenden Unterschriftenzahl zustande gekommen.

Es wird am Donnerstag bei der Bundeskanzlei eingereicht. „Hätten wir noch drei Monate weitersammeln können“, sagt Trutmann, „wären wir locker auf 500000 Unterschriften gekommen.“ fmCh war die treibende Kraft hinter dem Referendum, stellte die politische Analyse zur Verfügung und organisierte die Logistik. fmCh und Pulsus, eine unabhängige Vereinigung von Praktikern aus dem Gesundheitswesen, sammelten je über 50000 Stimmen.

„Die meisten Schweizer hängen sehr an der freien Arztwahl“, erklärt Trutmann den Erfolg des Referendums. Die Ablehnung der Vorlage sei breit und sie komme aus allen sozialen Schichten. „Sie entspricht auch nicht dem klassischen Links-Rechts-Schema“, hat Trutmann festgestellt. „Die Planwirtschaft, die Bevormundung und das Globalbudget stiessen auf massive Ablehnung. Das Gesetz ist schlecht, weil es schlicht überflüssig ist.“

Lange hatte es so ausgesehen, als ob sich der Ärzte-Dachverband FMH gegen das Referendum ausspreche. Käme die Managed-Care-Vorlage nicht durch, sei das „ganz schlimm“, hatte Präsident Jacques de Haller noch im Mai in einem Interview im „Tages-Anzeiger“ gesagt. „Denn diese Gesetzesanpassung ist ein wichtiger Schritt hin zu einem modernen und effizienten Gesundheitswesen.“

Käme eine solche Vorlage nicht durch, „ist das für das politische System der Schweiz ein sehr schlechtes Zeichen“. Der FMH-Zentralvorstand unterstützte die Vorlage, doch nach Widerstand aus der Basis musste er eine Urabstimmung durchführen lassen. Sie befürwortete das Referendum mit einer Zweidrittels-Mehrheit.

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