Die Hitzewelle sorgt für dicke Luft. Diese Woche überschritt das Treibhausgas Ozon an vielen Messstationen die zugelassenen Grenzwerte. Die Lungenliga warnt vor körperlichen Aktivitäten zur Mittagszeit. Gerade in der Stadt. Doch der Sommersmog kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Luftqualität, gemessen über ein ganzes Jahr, noch nie so gut war.

Letztes Jahr fielen gleich zwei Schadstoffwerte unter den von der Luftreinhalte-Verordnung vorgegebenen Grenzwert. Das klassische Autoabgas, Stickstoffdioxid, unterschritt erstmals auch in städtischem Gebiet die Grenze von 30 Milligramm pro Kubikmeter. Nur bei Messstationen, die stark dem Verkehr ausgesetzt sind, liegt das Jahresmittel noch immer bei gesundheitsschädlichen 40 Milligramm pro Kubikmeter.

An den gleichen Messstationen in viel befahrenen Gebieten lag dafür der Feinstaubwert zum ersten mal seit Beginn der Messungen unter dem Grenzwert von 20 Milligramm pro Kubikmeter. Trotz der rekordsauberen Luft warnt Richard Ballaman, Sektionschef Luftqualität beim Bundesamt für Umwelt, vor allzu grossem Optimismus. «Die Belastung mit Feinstaub, Stickoxiden, Ozon und Ammoniak schädigt noch immer Menschen und Ökosysteme», sagt er.

Ursachen für die rekordsaubere Luft in den Städten waren neben der Anwendung von umweltfreundlicheren Technologien milde Temperaturen und viel Regen. Gut möglich also, dass die Rekordwerte von 2014 in diesem Jahr aufgrund des trockenen und warmen Wetters nicht mehr erreicht werden. Weiterhin über den Grenzwerten liegt die Belastung mit Ozon, die uns auch in diesen Tagen wieder zu schaffen macht.

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