Inzwischen verstärkt auch die Stiftung Pro Senectute den Beirat der Anlaufstelle. Fluri sagt: «Wir waren immer überzeugt, dass diese Anlaufstelle einem Bedürfnis entspricht – und wir haben recht behalten.»

An die Kescha kann sich wenden, wer mit der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) in Konflikt gerät. Einer, der diese Anrufe entgegennimmt, ist der Sozialarbeiter Bruno Frick. «Die Betroffenen sind oftmals verzweifelt und wütend», sagt er. In vielen Fällen rufen Eltern an, die sich um das Sorge- und Besuchsrecht ihres Kindes streiten.

Frick kann in solchen Situationen den Kesb-Entscheid weder anfechten noch rückgängig machen. Aber er versuche, ihn zu erklären und weitere Möglichkeiten aufzuzeigen. Laut Frick sei das grösste Problem, dass sich die Parteien, die den Streit und nicht den Frieden suchten, in einem Kampfmodus befänden. «In den Beratungen versuche ich, die Wut rauszunehmen und ins Sachliche überzugehen.»

Verbesserungen für die Kesb
Gemeinsam hätten die Anrufer, dass sie oft ein sehr schlechtes Bild von der Kesb hätten. Frick sagt: «Sie denken, die Behörde übe gerne Macht aus und wolle die Leute absichtlich kaputtmachen.» Seine Erfahrung sei eher, dass die Kesb gut arbeite, hier und da aber noch verbessert werden könnte. So bräuchte es zum Beispiel zu den juristisch formulierten Entscheiden, die per Post verschickt werden, einen Begleitbrief, der diesen Entscheid verständlich erklärt und eine Telefonnummer, an die man sich unkompliziert wenden kann. «Es gibt auch schon einige Kesb-Stellen, die das so handhaben. Ich finde, das könnte institutionalisiert werden», sagt Frick.

Weil seit der Einführung der Kesb vor vier Jahren das Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber der neuen Behörde immer grösser wurde, wollte Unternehmer Guido Fluri mit seiner Anlaufstelle den Betroffenen eine Unterstützung bieten. Das Ziel sei, auf kommunikativer Ebene die Konflikte zu lösen. Weil das Projekt so gut angelaufen ist, werde derzeit geprüft, ob das Beraterteam aufgestockt werden soll.

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