VON YVES DEMUTH

Wenn Noch-Bundesrat Pascal Couchepin am Donnerstag ein letztes Mal höhere Krankenkassenprämien präsentieren wird, kann er für Erwachsene einen Anstieg von «nur» 9 Prozent verkünden. So muss 2010 ein Erwachsener mit einer Franchise von 300 Franken im nationalen Durchschnitt mindestens 283 Franken pro Monat bezahlen. Im Vorjahr waren es noch 260 Franken, 9 Prozent weniger.

Damit fällt der Anstieg 6 Prozent geringer aus, als es das Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Frühjahr voraussagte. Doch nicht für alle: Bei den Prämien für Jugendliche beträgt der Anstieg 14 Prozent und bei den Kindern 10 Prozent. Diese Zahlen sind zwar noch provisorisch, und das BAG kann daran bis Donnerstag noch kleine Änderungen vornehmen. Die Durchschnittswerte lassen sich aber kaum mehr beeinflussen.

Weil diverse Kassen geringere oder gar keine Jugendrabatte mehr geben, werden die 19- bis 25-Jährigen nun stärker zur Kasse gebeten. So hat der grösste Krankenversicherer Helsana bei seinen drei Billigkassen Aerosana, Avanex und Sansan die Jugendrabatte auf nächstes Jahr ganz gestrichen und auch bei der neu gegründeten Billigkasse Maxi darauf verzichtet. Bei Progrès werden noch 10 Prozent gewährt. Sprecherin Claudia Wyss begründet den Schritt damit, dass die Prämieneinnahmen die Kosten nicht mehr gedeckt hätten.

Auch die Groupe Mutuel hat ihre Jugendrabatte minim nach unten korrigiert, weshalb die Prämien für die Jungen stärker steigen. Die CSS hat bei den Billigtöchtern Arcosana und Auxilia die Jugendrabatte um 5 Prozentpunkte gekürzt und gewährt bei der neu gegründeten Billigkasse Sanagate keine solchen mehr. Man wolle allein die CSS als Familienkasse positionieren und nicht die kleineren Töchter, sagt Sprecherin Sandra Winterberg. Nur: Die grossen Kassen Helsana, CSS oder Visana, die noch Jugendrabatte bis zu 30 Prozent gewähren, zählen zu den teuersten Anbietern, wie obiger Comparis-Vergleich zeigt.

«Jungen Erwachsenen haben die Versicherer oft zu hohe Rabatte gewährt», erklärt Comparis-Chef Richard Eisler. Da der Versicherer für Jugendliche relativ viel in den Risikoausgleich zahlen müsse, lohne sich diese Politik nur, wenn die Jugendlichen auch als Erwachsene der Kasse erhalten blieben. Doch dies sei selten der Fall, sagt Jean-Bernard Pillonel, Direktor der Billigkasse Assura. Da die Prämieneinnahmen die Kosten und die Zahlungen in den Risikoausgleich nicht mehr abgedeckt hätten, habe Assura den Jugendrabatt schon vor Jahren gestrichen.

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