Die Gewalt unter jungen Menschen im öffentlichen Raum hat in den vergangenen 20 Jahren um 100 Prozent zugenommen. Das zeigt eine neue Studie des Bundesamts für Sozialversicherung (BSV). Untersucht hat das Gewaltverhalten der Kriminologe Denis Ribeaud von der ETH Zürich. «Besonders häufig sind junge Männer bis 24 von Gewaltfällen betroffen», sagt er.

Die starke Zunahme erklärt Ribeaud in erster Linie mit der 24-Stunden-Gesellschaft. «Der Ausbau des öV-Angebots sowie die liberalisierten Öffnungszeiten für Gastrobetriebe haben dazu geführt, dass sich das Leben vieler Junger zwischen Donnerstag und Sonntag in die Nacht verlagert.» Zwischen 22 Uhr abends und 5 Uhr morgens kommt es am häufigsten zu Gewalttaten.

Die Stadtpolizei Zürich reagiert auf das Problem: 30 zusätzliche Einsatzkräfte sollen künftig um die Clubs und andere Hotspots eingesetzt werden. Faktisch eine «Ausgangspolizei» – aber nicht im Sinn einer Sondereinheit: Denn es wäre für die Polizisten «zu belastend», nur von Donnerstag bis Sonntag zu arbeiten, sagt Kommandant Philipp Hotzenköcherle. «Es braucht einen Turnus, sonst hält man das nicht aus.» Die Stadtpolizei prüfe «sämtliche Möglichkeiten», um die Sicherheit zu verbessern.

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