Im Islamischen Zentralrat Schweiz (IZRS) geht es nicht nur um Ideologie und religiösen Fundamentalismus, sondern auch stark um Sex und Frauen. Das sagt eine nahe Verwandte eines IZRS-Aktivmitglieds gegenüber der «Schweiz am Sonntag», die Einblick in gewisse Vorgänge hatte. Gemäss der Beobachterin trägt der von Präsident Nicolas Blancho und anderen Konvertiten geprägte Zentralrat «Züge einer Sex-Sekte».

Die Person will aus Angst vor Repressalien anonym bleiben. «Es gibt Frauen, die werden im Zentralrat nach islamischem Ritus von einem zum anderen weitergereicht.» In ihren Augen ist dieses Verhalten «pervers». Sie ist aufgrund eigener Beobachtungen überzeugt: «Der Islam wird als Instrument benutzt, um wie in einer Sekte Frauen abhängig und gefügig zu machen.» Diese Frauen merkten oft lange selbst nicht, welches Spiel mit ihnen getrieben werde.

Der sogenannte Islamische Zentralrat wäre da kein Einzelfall: Sex spielt in vielen religiös verbrämten Bewegungen und Sekten eine zentrale Rolle und ist letztlich sogar zentrales Motiv. Und die Terrormiliz IS rekrutiert in Europa mit viel Aufwand Mädchen und junge Frauen als Sexobjekte und Ehefrauen.

In der vom Zentralrat propagierten und praktizierten Version des Islam dürfen die männlichen Mitglieder mit bis zu vier Frauen gleichzeitig «verheiratet» sein. Je mehr Frauen einer hat, desto grösser ist sein soziales Prestige innerhalb der Gruppe, denn er gilt als erfolgreich. Nach schweizerischem Recht sind Mehrehen zwar nicht erlaubt, aber nach islamischem schon. Wobei nur der Mann das Recht auf mehrere Partnerinnen hat.

Davon machen etwa IZRS-Präsident Nicolas Blancho und Pressesprecher Qassim Illi, beide Konvertiten, Gebrauch. Beide sind gemäss nie dementierten Berichten mit mehreren Frauen verheiratet sein. Blanchos erste Frau ist Jemenitin, daneben ist er gemäss islamischem Recht mit einer Kosovarin verheiratet. Derzeit soll er mindestens mit noch einer weiteren Frau zusammen sein, sagen Insider.

Illi hat neben seiner Frau Nora Illi, die als sogenannte Frauenbeauftragte beim Zentralrat arbeitet, eine Zweitfrau, wie etwa die «SonntagsZeitung» berichtete.

Stimmt das alles? Illi, gemäss IZRS-Website Vorsteher des «Departements für Public Relations und Information», weigert sich, irgendwelche Fragen zum Thema Mehr-Ehe und Frauen im Zentralrat zu beantworten. Weder Fragen nach der Anzahl Frauen von Blancho und ihm selbst noch nach der grundsätzlichen Haltung des IZRS zur islamischen Mehr-Ehe will er beantworten.

Das hat System. Fragen, die nicht gelegen kommen, bleiben unbeantwortet. Im TV-Talk mit Roger Schawinski im letzten Oktober etwa stritt Blancho nicht ab, dass er und llli mehrere Frauen haben. Er weigerte sich aber auch da, auf das Thema einzugehen. Er sagte etwa, «ich habe viele Frauen», was er «ironisch» gemeint haben wollte.

Bereits letzte Woche hatten sich die Zentralrats-Verantwortlichen geweigert, Fragen beispielsweise zu den Geldflüssen und den Aktivitäten in den etwa zehn Berner Vereinen zu beantworten, in denen Nicolas Blancho zusammen mit anderen Muslimen meist aus dem arabischen Raum aktiv ist.

Im Gegenzug beklagt sich der IZRS dann aber darüber, dass er von den Medien ungerecht behandelt werde.

Offener war Illis Frau Nora Illi, die sich 2014 im «SonntagsBlick» als flammende Anhängerin der Vielweiberei offenbarte. Sie wollte zwar nicht sagen, wie viele Frauen ihr Mann hat, betonte aber, dass die Mehr-Ehe für Frauen viele Vorteile habe: «Als Frau wird man entlastet. Vom Haushalt zum Beispiel. Wenn die Frauen und der Mann in einer Wohnung leben, hat man immer jemanden, der einem hilft. Da kann man auch mal sagen: Heute koche ich nicht.» Auch bei getrennten Wohnungen sei das eine gute Sache: «Dann ist der Mann die Hälfte der Zeit bei der anderen Frau. Da hat man Tage, wo man sich nicht schön machen muss. Wo man das Chaos der Kinder liegen lassen kann.»

Aber Gegenrecht hat die Frau nicht, sie muss sich mit einem Mann begnügen. Nora Illi sagte dazu, es sei «wissenschaftlich erwiesen, dass der sexuelle Trieb von Männern grösser ist als der von Frauen».

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