Hirschmann feiert in London und New York

Der verurteilte Zürcher Sexualtäter ist noch immer auf freiem Fuss.

Vergangenen September wurde Carl Hirschmann (31) der mehrfachen sexuellen Nötigung, der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern, der mehrfachen versuchten Nötigung, der einfachen Körperverletzung und der Tätlichkeit für schuldig erklärt. 33 Monate Freiheitsstrafe lautete das Urteil. Davon sind 19 Monate bedingt, 14 Monate muss der französisch-schweizerische Doppelbürger in Haft. Hirschmann ging in Berufung und zieht seinen Fall ans Obergericht weiter. Seither geht nichts mehr und zum Erstaunen seiner Opfer, feiert der millionenschwere Jet-Aviation-Erbe wie eh und je – und das in den angesagtesten Party-Metropolen der Welt.

Vor kurzem war Carl Hirschmann Gast an der «amfAR»-Gala in New York, flirtete mit Schauspielerin Lindsay Lohan und plauderte mit Stars wie Heidi Klum oder «Sex and the City»-Ikone Sarah Jessica Parker. Hirschmann im Designer-Smoking, braungebrannt und bestens gelaunt. In London wurde er jüngst des Öfteren im Nobel-Restaurant und Nachtclub Le Baron gesichtet und nach Miami jettet Carl Hirschmann gerne, um da seinem neuen Hobby nachzugehen – denn nach der Schliessung seines Klubs Saint-Germain an der Zürcher Bahnhofstrasse ist er nach eigenen Angaben jetzt vor allem im Kunsthandel tätigt.

Staatsanwalt Daniel Kloiber, der Hirschmann vor Gericht brachte, hat für das ausschweifende Jetset-Leben wenig Verständnis – und dass es beim Obergericht so lange dauert: «Jetzt sollte es dann endlich einmal zum Prozess kommen, der Fall liegt ja schon längst beim Zürcher Obergericht und ich warte auf einen Termin», sagt Kloiber, der das Strafmass «auf jeden Fall» durchsetzen will. «Und ich will den Fall endlich abschliessen.»

Auf Anfrage äussert man sich beim Obergericht nicht zum laufenden Verfahren, der Fall sei seit dem letzten Oktober pendent, ein Vorladungstermin stehe noch nicht fest. Wenn Hirschmann alle Rechtsmittel ausschöpft, bis vor Bundesgericht zieht und das Urteil so bleibt, dann wird er eh erst frühestens in rund einem Jahr seine Haftstrafe antreten müssen – in welcher Anstalt, ist offen.

«Naheliegend wären das Bündner Gefängnis Realta oder die Strafanstalt Saxerriet im Rheintal», sagte der Strafverteidiger Valentin Landmann vergangenen September. «Ein solcher Gefängnisaufenthalt ist mit der Rekrutenschule zu vergleichen, nur weniger anstrengend – es kann einem schnell sehr langweilig werden, denn Arbeit ist nicht Pflicht. Das Handy müsste er abgeben, er hat aber die Möglichkeit über das Anstalt-Telefon zu telefonieren.»

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