Seit vielen Jahren bietet der Flughafen Zürich Rundfahrten für Aviatik-Fans an. 80 000 Personen nutzen das Freizeitangebot jedes Jahr. 8 Franken kostet das Ticket für einen Erwachsenen, 4 Franken für ein Kind. In einem Bus geht es während 90 Minuten an den Werftanlagen, der Berufsfeuerwehr oder den Pisten vorbei. Doch die Highlights sind die Riesenmaschinen wie die A380 und die exklusiven Businessjets, mit denen Prominente abheben, von Tennis-Ass Roger Federer bis hin zu Hollywood-Star Sylvester Stallone. Für die Privatjet-Firma Netjets stand Federer schon als Werbeträger vor der Kamera.

Die Flughafen-Touristen können die teuren Privatmaschinen nun nur noch aus der Ferne beobachten. Seit Anfang Juli wurde die Rundfahrten-Route geändert; der Bereich der Privatjet-Firmen wie Jet Aviation oder Execujet wird bewusst umfahren. Die exklusiven Lufttaxi-Unternehmen zeigen sich erfreut, ohne genannt werden zu wollen. «Wir goutieren es nicht, wenn die Rundfahrten-Teilnehmer Fotos von unseren Maschinen und Gästen machen, da wir auf Diskretion angewiesen sind», sagt ein Vertreter einer Privatjet-Firma, die Zürich anfliegt. Ein anderer Firmenvertreter sagt: «Die Privatsphäre ist für unsere bekannten Kunden sehr wichtig. Da sehen wir es nicht gern, wenn die Busse vor unseren Maschinen halten.»

Flughafen-Zürich-Sprecherin Sonja Zöchling bestätigt die neue Regelung und das Fahrverbot für den Tourbus rund um die luxuriösen Mini-Flieger. Beschwerden von Privatjet-Firmen habe es aber keine gegeben. Betriebliche Gründe hätten zu diesem Entscheid geführt. In der Vorfeldzone des sogenannten General-Aviation-Bereichs, wo die Maschinen der Geschäftsreisenden und der Hobbyflieger parkiert sind, herrsche oft reger Betrieb. «Da stören im Prinzip alle Fahrzeuge, die nichts mit der Flugzeugabfertigung oder dem Parkieren der Flugzeuge zu tun haben», sagt Zöchling.

Am Verkehrsaufkommen hat sich allerdings in den letzten Jahren nicht viel verändert. Zöchling konnte nicht sagen, weshalb dieser Entscheid gerade jetzt getroffen wurde.

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