Rund eine Million Flüchtlinge erwartet Deutschland dieses Jahr. Nun hat die Regierung Merkel die Asylpolitik verschärft. Insbesondere Flüchtlinge aus Afghanistan kehren Deutschland den Rücken – einige davon ziehen weiter in die Schweiz. Es kommen aber auch vermehrt Afghanen via Balkanroute direkt in die Schweiz. Felix Dobson, Chef eines Ostschweizer Grenzwachtpostens, sagt zur «Schweiz am Sonntag»: «Die Flüchtlinge sind untereinander gut vernetzt. Sie hören von ihren Landsleuten, dass sie in Deutschland tagelang warten müssen. Darum wollen sie nun in die Schweiz.» Gemäss SRF sind allein am letzten Wochenende 1400 Asylsuchende in der Ostschweiz eingetroffen, doppelt so viele wie üblich. Darunter viele Afghanen. In der Schweiz haben sie gute Chancen: Ihre Aufnahmequote liegt bei etwa 60 Prozent.

Angesichts der Entwicklung erwartet das Staatssekretariat für Migration (SEM) nun 34 000 Asylsuchende in diesem Jahr, bislang sprach es von 29 000. Laut Hans-Jürg Käser (FDP), dem Präsidenten der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren, muss jetzt geprüft werden, das Asyl-Notfallkonzept des Bundes hochzufahren. Die Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli (Grüne) ist skeptisch, ob das etwas bringt. Das Problem sei vor allem der Mangel an Unterkünften. Sie schlägt vor, dass der Bund notfalls «Platz in Kasernen» schafft. Es dürfe nicht so weit kommen, dass Kantone und Gemeinden ihre Turnhallen öffnen müssten. Weiter lanciert sie eine Idee zur besseren Integration der Asylsuchenden.

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