Von Anna Kappeler

Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist jedes fünfte Kind übergewichtig oder sogar fettleibig. Seit Anfang Jahr werden deshalb Gruppentherapien zur Behandlung von übergewichtigen Kindern von der Grundversicherung der Krankenkassen definitiv übernommen. Schweizweit ist das Angebot an Betreuungsplätzen beschränkt.

In der vom BAG finanzierten Evaluationsstudie Kidsstep ist nun die Rede davon, die Therapieprogramme für Übergewichtige massiv auszubauen. «Von den 240 000 übergewichtigen oder fettleibigen Kindern und Jugendlichen leiden etwa 118 000 an einer Begleiterkrankung», sagt die Autorin von Kidsstep, Dagmar l’Allemand. Sie ist leitende Ärztin Ernährung und Diabetologie am Ostschweizer Kinderspital und Vorstandsmitglied des Schweizerischen Fachvereins Adipositas im Kindes- und Jugendalter.

Die 118 000 Übergewichtigen müssten laut l’Allemand behandelt werden, da sie etwa an Gelenk- oder Kreislaufproblemen oder unter Bluthochdruck leiden. «Wir schätzen auch, dass 30 bis 50 Prozent davon psychisch krank sind.»

Seit Beginn der Programme 2009 sind 1251 Kinder behandelt worden. Die Studie kommt zum Schluss, dass die mehrjährigen Programme sich positiv auf die Kinder auswirken.

Pro Kind zahlen die Krankenkassen 4200 Franken. Das reiche nicht aus, heisst es in der Studie. Die Autoren fordern eine Verdoppelung auf 8400 Franken. Diese Forderung ist Paul Rhyn, Mediensprecher von Santésuisse, bekannt. «Wir rechnen im Moment aber weiterhin mit 4200 Franken ab.» Derzeit seien keine Verhandlungen am Laufen.

Werden die Ergebnisse der Studie umgesetzt, zöge das gewaltige Kosten nach sich. Die Behandlung von 118000 übergewichtigen Kindern würde die Allgemeinheit knapp eine Milliarde Franken kosten.

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