VON NADJA PASTEGA

An der Volksschule stehen mehrheitlich Part-Time-Lehrer vor der Wandtafel. Landesweit unterrichten zwei von drei Lehrern im Teilamt, in einigen Kantonen beträgt ihr Anteil inzwischen sogar über 80 Prozent. Und: Jeder fünfte Lehrer hat ein Kleinpensum von unter 50 Prozent. Das zeigen neue Zahlen des Bundesamts für Statistik von Ende März.

86 Prozent der Primarlehrerinnen unterrichten im Teilamt – so viele wie sonst nirgends. Es folgen Bern mit 79 Prozent, sowie Wallis und Neuenburg mit 78 Prozent, im Aargau arbeiten drei von vier Primarlehrerinnen Teilzeit. Auch bei den Männern liegt Basel-Stadt an der Spitze mit 51 Prozent Part-Time-Pädagogen, gefolgt von Solothurn und Obwalden.

Noch krasser sieht es auf der Sekundarstufe aus: Fast 90 Prozent der Lehrerinnen im Kanton Jura stehen nur Teilzeit vor der Klasse, in Basel-Stadt 88 Prozent und im Aargau 83 Prozent.

Schulexperten sind alarmiert. Vor allem für die Primar-schüler sei die zunehmende Teilzeitkultur «ein Problem», warnt der Zürcher Bildungsrat Hanspeter Amstutz: «Sie brauchen eine klare Bezugsperson statt ein Heer von Teilzeitangestellten.»

Mit vielen Einzellektionen bei verschiedenen Lehrkräften gehe zudem «unheimlich viel Zeit verloren». Bis sich die Schüler auf die nächste Lehrkraft eingestellt und nach den Zimmerwechseln beruhigt hätten, sei oft eine Viertelstunde vorbei. «Disziplinprobleme mit stundenlangen Gesprächen sind programmiert», sagt Amstutz.

Kritik kommt auch aus den Schuldepartementen. Wegen der Teilzeitkultur steige der Koordinationsaufwand an den Schulen, weiss Hans Georg Signer, Leiter der Abteilung Bildung im Basler Erziehungsdepartement: «Kleine Unter-richtspensen sind hoch problematisch.»

Sie würden eine Schule organisatorisch ans Limit bringen. Signer: «An den Primarschulen sollten nur Pensen ab
50 Prozent möglich sein.»

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