Die Solothurner Journalistin A. S (43) – Politiker wie Alt-Ständerat This Jenny oder Ex-Nationalratspräsident Hansjörg Walter (beide SVP) sagten, sie seien von ihr belästigt worden. Oder Showgrössen wie Udo Jürgens.

Wie der «Blick» diese Woche berichtete, ist die Frau sogar zweimal wegen Stalking verurteilt worden. Eines der Opfer sei Alt-Bundesrat Adolf Ogi (71) gewesen. Er habe Polizeischutz gebraucht. Die Journalistin habe Ogi und seine Frau Tag und Nacht mit Anrufen eingedeckt. Per SMS sogar gedroht, jemand werde in der Nacht mit einem Benzinkanister bei Ogi vorbeigehen. Wegen Drohung, mehrfacher Beschimpfung, mehrfacher Nötigung und mehrfachen Missbrauchs einer Fernmeldeanlage sei A. S. 2011 von der Berner Staatsanwaltschaft zu 160 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Dies anstelle einer Geldstrafe von 1200 Franken, die sie nicht zahlen konnte.

Diese Frau sieht sich aber als Opfer. Als Opfer des deutschen Entertainers Karl Dall, den sie wegen Vergewaltigung angezeigt hat. In einem Schreiben an die «Schweiz am Sonntag» erklärt A. S., warum sie sich von Dall «zur Täterin gestempelt» fühle: «Weil es offensichtlich Teil seiner Verteidigungsstrategie ist, ich sei eine Stalkerin und Herr Dall nur ein weiteres Opfer.» Zum Vorwurf, dass sie die «prominenten Freunde» von Karl Dall gestalkt haben soll, sagt sie: «Jeder und jede hat seine Vergangenheit. In Art, Umfang und Intensität sind die Vorwürfe falsch.»

Dass ihre Vorwürfe aber nicht haltlos seien, zeige die Tatsache, dass der Fall vor Gericht komme. Wäre nichts dran, wäre das Verfahren von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden. Sie wirft Dall im Schreiben vor, er mache «unwahre Äusserungen», will aber nicht sagen, welche. Dall wirft die Stalkerin vor, «dass er seine Popularität nutzt, um seine Promi-Freunde zu Solidaritätsbekundungen zu bewegen, obschon diese null und nichts von der Tatnacht wissen.»

Aus dem Schreiben der Frau geht auch hervor, dass sie sich als Vorkämpferin für missbrauchte Frauen versteht. «Es passiert ja täglich irgendwo. Es ist ja nicht der Übergriff im Wald, in dem eine Joggerin überfallen wir, sondern mir geht es um Delikte zwischen Mann und Frau in Bekanntschaften.»

Die Stalkerin, das Opfer? Bundesrat Adolf Ogi etwa soll die Frau laut «Blick» gedroht haben, sie mache ihn kaputt. Sie orientiere Medien über angeblich an ihr begangenen sexuellen Übergriffen. Ähnliche Drohungen soll sie auch anderen Politikern gegenüber ausgestossen haben.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper