Eine Umfrage der «Schweiz am Sonntag» bei 20 Städten zeigt: Die Sozialfälle sind 2014 gestiegen. Die stärkste Zunahme verzeichnen Liestal mit 11 Prozent sowie Chur und Wohlen mit 10 Prozent. Auch Glarus, Baden und Winterthur melden deutlich steigende Zahlen. Eine Ausnahme ist die Stadt Basel. Dort kam es zu einem Rückgang von einem Prozent bei der Sozialhilfe. Als Gründe geben mehrere Sozialdienstleiter explizit die Zunahme von Flüchtlingen an. Dazu gehören Glarus, Chur, Wohlen und Zürich. Die Entwicklung zeichnet sich auch schweizweit ab, wie am Freitag veröffentlichte Zahlen des Bundesamtes für Statistik belegen.

Noch mehr als Flüchtlinge belasten ausgesteuerte Menschen die Sozialhilfe. Jede dritte Stadt nennt dieses Problem als Grund für steigende Zahlen. Davon betroffen ist vor allem die Generation 50+. In diesem Alter ist es schwierig, überhaupt noch eine Arbeit zu finden. Weil Konjunkturinstitute für 2015 ein Nullwachstum oder gar eine Rezession prognostizieren, rechnen die Sozialämter unisono für dieses und für die kommenden Jahre mit weiter steigenden Sozialfällen und -kosten. Das wirkt sich erfahrungsgemäss immer auf die Sozialhilfe aus.

Es gibt aber auch überraschende Ergebnisse. So hat die Stadt Solothurn trotz einer Zunahme von unterstützten Personen ihre Kosten um fast 250 000 Franken gesenkt. Unberechenbar zeigen sich die Kosten in der Region Olten. In der Stadt selbst ist der Anstieg im kantonalen Mittel, in der angrenzenden Gemeinde Trimbach sind die Fallzahlen aber markant angestiegen. Grund: günstige Mieten; sie locken vor allem finanziell schwächere Menschen an. Die wegen angeblich zu grosszügig berechnenden Richtlinien arg in die Kritik geratene Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe Skos bekommt von den angefragten 20 Städten gute Noten. Man ist mit ihrer Arbeit zufrieden.

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