Kinder zu haben, liegt wieder im Trend. Dies zeigt sich an der Zahl der Geburten. In einigen Spitälern kam es vergangenes Jahr sogar zu neuen Rekorden. So meldet etwa das Berner Inselspital 1559 Babys, so viele Neugeborene wie seit 33 Jahren nicht mehr.

Aber auch in anderen Spitälern kamen mehr Kinder zur Welt als 2012. So auch im Universitätsspital Zürich, wo 154 Kinder mehr das Licht der Welt erblickten. Im Spital Schaffhausen wurden 61 und im Kantonsspital St. Gallen 15 mehr Neugeborene gezählt. In den Kantonsspitälern Baselland oder Baden (KSB) blieb die Geburtenzahl 2013 zumindest auf fast gleich hohem Niveau wie 2012. «Damals hatten wir die höchste Geburtenzahl seit es das Spital gibt. Der leichte Rückgang deutet nicht auf eine Trendwende hin», sagt Marco Bellafiore, Mediensprecher KSB.

Nicht nur der Geburtentrend setzt sich seit einigen Jahren fort, sondern auch das Phänomen der Mehrlingsgeburten. «Wir verzeichneten erneut mehr Zwillings- und Drillingsgeburten und einmal sogar Vierlinge», sagt Daniel Surbek, Chefarzt Geburtshilfe und Co-Direktor der Frauenklinik im Inselspital Bern. Die Gründe für den Baby- und Mehrlingsboom sind laut Surbek einerseits, dass junge Familien wieder mehr Kinder haben wollen, und andererseits die häufigere Zahl künstlicher Befruchtungen. Im Bürgerspital Solothurn und Kantonsspital Olten zeigt sich zudem, dass wieder vermehrt Schweizer Paare mehr Kinder haben. «Es lässt sich zwar nicht statistisch belegen, aber wir haben das Gefühl, dass es häufiger vorkommt, dass Schweizer Paare zwischen zwei und vier Kinder haben», sagt Sprecher Oliver Schneider.

Und sind die Mütter bei der ersten Geburt wieder etwas jünger als in den Jahren zuvor? «Das Durchschnittsalter der Mütter liegt immer noch zwischen 30 und 32 Jahren, aber das Fenster wird breiter. Auch jüngere Frauen möchten heute wieder Kinder haben», sagt Oliver Schneider.

In den Gesprächen mit den Eltern werde als ein Grund angegeben, dass sich Familienplanung und Job heute besser vereinbaren lassen. «Heute ist es nichts Ungewöhnliches mehr, wenn sich die Eltern ihre Aufgaben in der Familie aufteilen und beide Teilzeit arbeiten.»

Irene Hösli, Chefärztin der Klinik für Geburtshilfe und Schwangerschaftsmedizin im Universitätsspital Basel, geht davon aus, dass sich das Durchschnittsalter bei der ersten Geburt bei 31 Jahren einpendeln wird.

Über das Alter der Väter waren bis anhin keine Zahlen bekannt. Im vergangenen Dezember veröffentlichte das Bundesamt für Statistik (BfS) erstmals Statistiken. Sie zeigen, dass die Mehrheit der Väter heute bei der Geburt 34 Jahre alt ist.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper