Die Verhandlungen seien «knallhart, aber fair». Das sagt Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause. Wo der Cupfinal 2014 zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich stattfindet, ist aber noch nicht klar. 78,2 Prozent der Stimmberechtigten sagten Ja zum Hooligan-Konkordat. Das ermöglicht der Stadt Bern, Auflagen für die Bewilligung des Anlasses zu machen. Was Nause tat. Er will am Cupfinal keine Fanmärsche – weder von Basler noch von Zürcher Fans.

Seit letzter Woche verhandeln die beiden Cupfinalisten, der Schweizer Fussballverband (SFV) und die Stadt Bern über die Bedingungen für den Cupfinal. Er soll am Ostermontag, 21. April, in Bern stattfinden. Als Kick-off-Zeit im Stade de Suisse ist 14 Uhr geplant.

Nur: Derzeit ist alles unklar. Mehrere Dutzend Personen diskutierten letzte Woche über die Modalitäten des Cupfinals. Überraschend für die Berner Gastgeber war: Es habe vonseiten des Fussballverbands regelrechte Erpressungsversuche gegeben, sagt ein Insider. Der Fussballverband habe mit einem Spiel vor Geisterkulisse gedroht. Vor leeren Zuschauerrängen.

Beim Fussballverband will man das nicht bestätigen. Dort ist man im Gegenteil überzeugt davon, dass es nächste Woche zur Einigung kommt zwischen Fussballverband und Stadt Bern.

Letztes Jahr war es vor dem Cupfinal-Spiel zwischen den Mannschaften von Basel und GC zu Auseinandersetzungen zwischen den Fans in der Berner Innenstadt gekommen. «Das war der letzte Fanmarsch durch Bern», sagte Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause damals nach dem Spiel.

Mit dem Ja zum verschärften «Hooligan»-Konkordat hat die Stadt neu die Möglichkeit, dem Spiel aus Gründen der Sicherheit die Bewilligung zu verweigern.

Sollte die Berner Sicherheitsdirektion tatsächlich die Notbremse ziehen, scheint der Fussballverband einen Plan B in der Hinterhand zu haben. Wie «Blick.ch» berichtete, soll der Cupfinal in diesem Szenario nach Basel verschoben werden. Martin Schütz, Mediensprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Basel-Stadt, bestätigt diese Pläne. «Es ging bei uns eine informelle Anfrage ein, ob der Cupfinal in Basel ausgetragen werden könnte. Wir prüfen das nun.»

Beim Schweizerischen Fussballverband (SFV) geht man aber davon aus, dass schon zu Beginn der nächsten Woche kommuniziert werden kann, dass der Cupfinal eben doch wie gehabt in Bern stattfindet. Das habe sich, heisst es, in den Sitzungen mit mehreren Dutzend Teilnehmern klar herauskristallisiert. Nur versuchen offenbar im Moment all diese Teilnehmer, ihr Gesicht zu wahren. FCZ-Pressesprecher Patrick Lienhart sagt: «Wir haben gestern aus Bern das Signal erhalten, dass der Cupfinal mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in Bern stattfindet.»

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