Beyeler, der vor drei Wochen als Bundesanwalt nicht wiedergewählt wurde, stellt dies bis heute in Abrede. Das Fedpol erstattete Anzeige gegen unbekannt wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses und gegen Brotz wegen Veröffentlichung amtlicher, geheimer Verhandlungen. Der vom Bundesrat eingesetzte ausserordentliche Staatsanwalt Pierre Cornu stellte das Verfahren wegen Amtsgeheimnisverletzung ein. Für die Veröffentlichung des Dokuments gab es einen Strafbefehl mit einer Busse in der Höhe von 500 Franken. Dagegen hat «Der Sonntag» Einsprache erhoben. «Es kann nicht sein, dass wir dafür bestraft werden, die Wahrheit zu schreiben», sagt Chefredaktor Patrik Müller.

In der Vergangenheit kam es wiederholt zu ähnlichen Verfahren gegen Journalisten von Tamedia, NZZ, Ringier und Weltwoche. «Dieser alte Zopf, Journalisten wegen vertraulicher Dokumente zu verurteilen, gehört längst abgeschafft», sagt Müller.

Jetzt muss das Bundesstrafgericht entscheiden, ob das öffentliche Interesse höher zu gewichten ist als vertrauliche Dokumente über die Rolle des Bundesanwalts im Fall Ramos.

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