VON NADJA PASTEGA

Die SBB wollen die Sicherheit auf Bahnhöfen und in den Zügen weiter verbessern. Pressesprecher Reto Kormann bestätigt gegenüber «Sonntag», dass geplant sei, bis 2010 rund 100 Regionalbahnhöfe neu mit Videosystemen auszurüsten. «Wichtige Kriterien für die Ausrüstung sind das Personenaufkommen und die Exponiertheit der Bahnhöfe», sagt Kormann.

Die Kamera-Offensive hat zwei Ziele: Sie soll präventiv wirken und das subjektive Sicherheitsgefühl der Kunden verbessern. Und sie soll bei der Fahndung nach Gewalttätern helfen – so wie vor zehn Tagen, als am Bahnhof Kreuzlingen TG mithilfe von Videoaufnahmen drei Schläger verhaftet werden konnten.

Datenschützer meldeten in den letzten Tagen Bedenken gegen die Internet-Fahndung an und verglichen sie mit dem mittelalterlichen Pranger – die SBB setzen nichtsdestotrotz auf den Ausbau der Videoüberwachung.

Dies nicht nur auf den Bahnhöfen, sondern auch in den Zügen. «Wir haben in die jüngste Ausschreibung für die Doppelstock-Fahrzeuge des Fernverkehrs eine optionale Ausrüstung mit Videoüberwachung integriert», sagt SBB-Sprecher Kormann. Bereits heute sind 400 Regionalzüge mit Kameras versehen und bis 2012 sollen die älteren Wagen nachgerüstet werden.

Die Erfahrungen der bisherigen Videoüberwachung sind vielversprechend. Kormann: «Dort, wo Kameras klar sichtbar sind, findet weniger Vandalismus statt.» Dies sowohl auf den Bahnhöfen als auch in den Zügen, so etwa in der Zürcher S-Bahn.

Besonders erfreulich: Die Zahl der Tätlichkeiten gegenüber Reisenden und Personal ging in den letzten vier Jahren um 10 Prozent zurück, obwohl die Personenfahrten um 28 Prozent zunahmen. Die Vermutung liegt nahe, dass die zunehmende Präsenz von Kameras dafür mitverantwortlich ist.

Lesen Sie die ganze Geschichte in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!