Heute entscheidet das Stimmvolk, ob die Schweiz den Gripen kauft. Falls der 3-Milliarden-Deal für 22 Flugzeuge abgelehnt wird, habe die Schweiz bald «kein Dach mehr über dem Kopf», klagten die Gripen-Befürworter – weil die F/A-18 nicht ewig flögen und ein neuer Beschaffungsprozess lange dauere.

Die Realität sieht aber anders aus. Eurofighter-Hersteller Cassidian (Airbus Group) ist bereit, der Schweiz innerhalb des aktuellen Zeitplans bis zu 32 Jets zu verkaufen. In einem Schreiben des Eurofighter-Herstellers vom letzten August an die Bundeskanzlerin Corina Casanova steht: «Unser Unternehmen steht gerne zur Verfügung, sollte sich im politischen Prozess der Beschaffung eine neue Situation ergeben.» Cassidian bietet ein «eingeführtes Flugzeug» an, das im Unterschied zum Gripen auch «keine technischen Risiken mit sich bringt». Und es soll auch nicht teurer werden. Denn es geht um Gebraucht-Flugzeuge, die heute bei Luftwaffen in England, Italien und Saudi-Arabien im Einsatz sind. Sie sollen nur wenige Flugstunden aufweisen und mit Upgrades auf den neusten technischen Stand gebracht werden.

Für 2,2 Milliarden wäre ein Gesamtpaket von 22 Jets (16 Einsitzer, 6 Zweisitzer) oder bis zu 32 Jets zu haben. Lebensdauer: 30 Jahre. Inbegriffen: Ersatzteile, Werkzeuge, Testgeräte, Simulatoren, Ausbildung für Piloten und Bodenpersonal. Kosten für Betrieb und Unterhalt nicht teurer als beim Gripen, heisst es. Die Lenkwaffen des F/A-18 könnten beim Eurofighter weiterverwendet werden. Airbus bietet zudem umfangreiche Gegengeschäfte an, Zusammenarbeit, Nutzung von Trainingseinrichtungen der Eurofighter-Partnerländer usw.

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