VON CHRISTOF MOSER

Als SVP-Politiker kann Alex Kuprecht gar nicht anders, als zuerst einmal die Segnungen der bürgerlichen Wirtschaftspolitik zu loben. Steuerwettbewerb, um reiche Ausländer in die Schweiz zu holen? Grossartig! Immer mehr Finanzinstitute, die ihren Hauptsitz in die Schweiz verlegen? Toll! So steht es im Parteiprogramm seiner Partei, so ertönt es landauf, landab aus den Mündern seiner Kollegen.

Doch Alex Kuprecht, 51, eidg. dipl. Versicherungskaufmann, in Pfäffikon SZ geboren und hier geblieben, verheiratet, Vater von zwei Söhnen, sagt: «Wir müssen endlich auch über die Kehrseite der Medaille reden.»

Pfäffikon SZ, Bezirk Höfe, die Gegend mit den tiefsten Steuersätzen in der ganzen Schweiz, in halb Europa – eigentlich das Paradies in einem bürgerlich-liberalen Weltbild. Seit Anfang der 1990er-Jahre ist der Steuerfuss sechsmal gesenkt worden, attraktive Steuersätze für Holdingstrukturen holten die BZ Bank von Martin Ebner hierhin, Hedge Funds, Banken, reiche Ausländer und Zürcher, die am Paradeplatz ihr Geld verdienen.

Aus dem früheren Agrarkanton Schwyz ist ein Mini-Monaco geworden. Und obwohl die Steuern schon fast unanständig tief sind, liegen auf den Konten des Kantons satte 600 Millionen Franken Eigenkapital. Nach dem Parteiprogramm der SVP, nach bürgerlicher Lehre, müsste Schwyz die Steuern weiter senken.

«So würde unser Standort noch attraktiver für alle mit hohen Einkommen und grossen Vermögen», sagt Kuprecht, ganz SVP-Mann. Aber dann sagt er etwas, was bürgerliche Politiker sonst nicht sagen: «Die Folgen davon wären aber auch noch höhere Bodenpreise, noch höhere Mietpreise und noch mehr Siedlungsdruck.»

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