VON NADJA PASTEGA UND SANDRO BROTZ

Die Bieler Sicherheitsdirektorin Barbara Schwickert will Peter Hans Kneubühl zur Kasse bitten. Der Amok-Rentner soll sich an den Kosten des Polizeieinsatzes beteiligen: «Jemand, der einen Schaden verursacht oder die Verursachung eines Schadens in Kauf nimmt, sollte die Konsequenzen tragen und für die finanziellen Folgen aufkommen», sagt Schwickert. Die gesetzlichen Grundlagen seien vorhanden, um Kneubühl «die ihm zuzurechnenden Kosten in Rechnung zu stellen».

Hans-Jürg Käser, der Polizeidirektor des Kantons Bern, hält eine Kostenbeteiligung des Amok-Schützen für prüfenswert: «Die Frage, ob Kneubühl zur Kasse gebeten werden soll, kann man sich überlegen», sagt der FDP-Regierungsrat.

Der Polizei-Einsatz kostete mindestens 4,3 Millionen Franken. Dieser Betrag ergibt sich aus der neuntägigen Fahndung mit täglich rund 200 Polizisten und einem Stundenansatz von 100 Franken pro Polizist.

Nach seiner Verhaftung wird Kneubühl psychiatrisch begutachtet. Die Frage einer Verwahrung werde sich «selbstverständlich stellen», sagt Gerichtspsychiater Josef Sachs. Es stelle sich die Frage, ob Kneubühl therapierbar sei oder nicht. Er selbst, so Sachs, kenne ein Beispiel, «wo Behördenhass zu einem Tötungsversuch und letztlich zur Verwahrung führte».


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