Das warme und sonnige Wetter animiert die Menschen in der Schweiz in diesen Wochen zu Ausflügen aufs Wasser. Dies beschert den Bootsvermietern einen aussergewöhnlich erfolgreichen Saisonstart, wie eine Umfrage des «Sonntags» zeigt.

Die Unternehmen verzeichnen dieses Jahr gegenüber dem langjährigen Durchschnitt ein Plus von 30 Prozent bei der Zahl der vermieteten Boote. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl vielerorts verdoppelt, etwa bei der Marina Bootsvermietung in Luzern. «Ich kann mich nicht erinnern, dass wir schon je einmal so einen guten Saisonstart hatten», sagt Manuel Ingold. «Vergleichbar ist allenfalls noch das Hitzejahr 2003.» Absatz fänden derzeit besonders die Segelboote. «Für Badeausflüge mit dem Motorboot ist das Wasser noch zu kalt.»

Ein Drittel mehr Boote als üblich leiht auch René Sutter von der Bootsvermietung Enge am Zürichsee aus. «Zu meinen Kunden zählen diesen Frühling viele Jugendliche, am liebsten fahren sie mit Pedalos auf dem See.»

«Seehungrig» seien die Menschen diesen Frühling, so Urs Grob vom Bootsbetrieb Rorschach SG. «Wir haben in den vergangenen Wochen davon profitiert, dass die Badis noch nicht offen hatten, die Leute aber ans Wasser wollten.»

Unbestritten entscheidenden Einfluss auf die Geschäfte der Bootsvermieter hat das Wetter, wie alle Geschäftsführer sagen. Gemäss Meteo Schweiz erlebte die Schweiz den zweitwärmsten April seit Messbeginn im Jahr 1864.

Auch die Schifffahrtsgesellschaften auf dem Bielersee und dem Bodensee verzeichnen rund ein Drittel mehr Gäste als üblich. Zwiespältig steht man dem warmen und trockenen Frühling nur bei der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt gegenüber. «Wir freuen uns, dass das schöne Wetter die Menschen an den See gelockt hat», sagt Andrea Ruf. «Weil Skifahren im April vielerorts nicht mehr möglich war, gingen die Menschen an den See statt in den Schnee.»

Sorgen bereitet ihr jedoch der tiefe Pegelstand des Bodensees. «Die Route von Rorschach nach Rheineck fällt darum aus», sagt Ruf. «Sollte der Pegel weiter sinken, könnten wohl weitere Anlegestellen nicht mehr angefahren werden.»

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