«Diese Zunahme hat auch mit dem Aufkommen des Smartphones zu tun», sagt Astra-Sprecher Guido Bielmann. «Wenn die Leute auf ihr Smartphone starren, beobachten sie die Verkehrssituation nicht. Augenkontakt mit anderen Verkehrsteilnehmern oder Handzeichen können so nicht stattfinden. So entstehen gefährliche Situationen.» Das Smartphone sei zudem gefährlicher als andere Ablenkungen, sagt Bielmann. «Wenn Touristen mit einem Stadtplan unterwegs sind, ist das weniger ein Problem, denn die Touristen wissen, dass sie sich in einer fremden Umgebung befinden. Dementsprechend sind sie vorsichtig. Einheimische, die aufs Smartphone starren, fühlen sich in ihrer gewohnten Umgebung sicher und begeben sich in Gefahr.» 133-mal führte das schlaue Computertelefon nicht sicher durch den Alltag, sondern zum Unfall. Alle drei Tage ein Unfall wegen der Smartphones.

Täglich zu kämpfen mit unachtsamen Verkehrsteilnehmern haben Tram- und Buschauffeure. Smartphones sind laut Rolf Meyer von Bernmobil «ein ernsthaftes Problem». Sie verminderten die Aufmerksamkeit der Fussgängerinnen und Fussgänger drastisch. Das Fahrpersonal werde entsprechend geschult. Unfälle könnten so meist vermieden werden. «Die Benutzung des Smartphones erhöht aber die Gefahr für Kollisionen.» Es komme zu Notstopps. Dies führe oft zu Sturzverletzungen von unbeteiligten Fahrgästen im Innern des Fahrzeuges.

Für Bernmobil ist klar: Die Politik muss handeln. «Offen ist für uns aber, ob ein Verbot das zweckmässigste Mittel dafür ist», sagt Sprecher Meyer. Ein Verbot auf Fussgängerstreifen löse das Problem nicht. Denn die Fussgänger kreuzten das Tram auch auf Plätzen oder in Fussgängerzonen. Smartphones stellen auch die Tram- und Buschauffeure in Basel vor Probleme. Fast täglich komme es zu Situationen, bei denen insbesondere Fussgänger sich unaufmerksam im Strassenverkehr bewegen, sagt BVB-Sprecher Benjamin Schmid auf Anfrage. Unfälle könnten aber dank speziell geschultem Personal meist verhindert werden.

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