Ein 54-jähriger gebürtiger Deutscher, der seit Jahrzehnten in der Schweiz lebt, gehörte zum kleinen Kreis von Personen innerhalb der Rettungsflugwacht Rega, die Zugriff auf Patientenakten haben. In seiner Funktion als Leiter der Einsatzadministration stand ihm auch das Dossier von Michael Schumacher zur Verfügung.

Der Rega-Kadermann hatte deshalb leichtes Spiel, die Krankenakte des verunglückten Ex-Formel-1-Fahrers zu stehlen. Danach bot er die sensiblen Daten diversen Medien zum Kauf an. Und er hatte Nerven: Nach dem Datenklau begab er sich auf einen Segeltörn vor der ligurischen Küste, wie Recherchen zeigen.

Warum er die Tat beging, bleibt im Dunkeln. Nach seiner Verhaftung am Dienstag beging der Rega-Kadermann in seiner Zelle Suizid. Er war nicht geständig. Die Staatsanwaltschaft Zürich liess durchblicken, dass man über erdrückende Beweise im Fall verfüge.

Ein langjähriger Segelfreund des mutmasslichen Täters beschreibt ihn als vertrauenswürdig und als aufrichtigen Freund. Er hätte nie gedacht, dass er zu einer solchen Tat fähig sei. Auch habe der Rega-Kadermann nicht von Geldsorgen gesprochen oder sich etwas anmerken lassen. Sein beruflicher Lebenslauf lässt ebenfalls keine Rückschlüsse auf das Tatmotiv zu. Vor der Rega arbeitete der mutmassliche Aktendieb stets in führender Position bei Firmen im Gesundheitsbereich.

Rega-Vizepräsident Franz Steinegger verurteilt die Tat. Er hofft, dass die Gönner verstehen, dass man vor groben Fehlleistungen von Mitarbeitern nie ganz gefeit sei.

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