VON YVES DEMUTH

Der Energydrink-Markt ist 2010 fast doppelt so stark gewachsen wie im Vorjahr. Der Absatz der angeblich leistungssteigernden Getränke stieg im vergangenen Jahr um satte 11,9 Prozent – ein Plus von 2922000 Litern. Dies zeigt eine Auswertung der Detailhandelszahlen des Marktforschungsinstituts Nielsen für den «Sonntag». Im Vorjahr wuchsen die Verkäufe noch um vergleichsweise magere 6,8 Prozent.

Hauptgewinner im stark umkämpften Markt sind die «ok»-Energydrinks der Kioskkette Valora. Die Kioske führen die 1-Franken-Energiedosen erst seit eineinhalb Jahren, doch bereits übertrumpfen die Kioskdrinks die 2005 lancierten Eigenmarken von Migros und Coop. So verkaufte Valora 2010 rund 25 Millionen Dosen «ok»-Energydrinks. «‹Ok› ist als Eigenmarke zur Nummer zwei hinter Redbull geworden», verkündet ein Valora-Sprecher stolz. Die Grossverteiler weisen indes darauf hin, dass sie insgesamt grössere Mengen absetzen als die Kioskkette. «Im Schweizer Detailhandel ist die Migros mit 35 Prozent Marktanteil Marktleader im Bereich Energygetränke», betont etwa Migros-Sprecher Urs Peter Naef.

Dass die M-Budget- und Prix-Garantie-Energydrinks aber von «ok» bereits geschlagen wurden, können Migros und Coop nicht widerlegen. Denn in ihre Verkaufszahlen eingerechnet sind auch Produkte von Redbull. Genaue Verkaufszahlen zu ihren Eigenmarken geben sie nicht an.

Migros und Coop profitieren jedoch vom Boom der Energydrinks genauso. Der Liter-Konsum der Migros-Kunden stieg 2010 um 7 Prozent, bei Coop um 5 Prozent. Die Verkäufe werden zudem durch laufende Preissenkungen weiter angeheizt. So haben Migros und Coop die Preise ihrer Energydrinks seit 2007 um 25 Prozent auf aktuell 75 Rappen pro 2,5-Deziliter-Dose gesenkt. Auch die Redbull-Dosen wurden bei beiden Grossverteilern binnen dreier Jahre um 13 Prozent billiger.

Redbullist der zweite grosse Gewinner des vergangenen Jahres. Der Marktleader aus Österreich verkaufte in der Schweiz 9 Prozent mehr Energy-Dosen. Noch im Vorjahr stagnierten die Umsätze des Originals unter den koffeinhaltigen Powergetränken. Redbull begründet den Wachstumsschub mit der Lancierung des Energyshots. Dieser entspricht etwa dem Ristretto unter den Kaffeevarianten. Das 60-Milliliter-Energiegetränk verspricht die gleiche Wirkung bei weniger Kalorien.

Der Koffeingehalt einer 2,5-Deziliter-Dose eines Energydrinks entspricht mit 80 Milligramm etwa zwei Espressos mit 7,5 Zuckerwürfeln. Für Kinder sind Energydrinks ungeeignet – weshalb einzelne Schulen Energydrink-Verbote verhängt haben.

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