Mit dem Preisgeld von umgerechnet rund 610 000 Franken für den Sieg bei der Castingshow «Deutschland sucht den Superstar» hat Beatrice Egli (25) viel verdient. Mit den CD-Verkäufen, den Einnahmen aus Werbeverträgen und den Liveauftritten in den vergangenen Monaten hat sie die Millionen-Grenze geknackt.

Und die Geldquelle sprudelt ununterbrochen weiter: Damit Egli in wenigen Wochen an der legendären Luzerner Schlagernacht singt, muss Veranstalter Samuel Honegger tief ins Portemonnaie greifen – mindestens 25 000 Franken kostet eine halbe Stunde Unterhaltung der gelernten Coiffeuse aus Pfäffikon SZ. Das viele Geld für den kurzen Auftritt hat Honegger direkt nach Deutschland zu überweisen, an die Firma Meistersinger Konzerte & Promotion GmbH in Berlin. Somit profitiert die Schweiz steuerlich nicht von Beatrice Eglis Mega-Erfolg, ihre Heimatgemeinde Freienbach SZ geht leer aus: «Gemäss dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland muss Frau Egli hier keine Einkommenssteuer mehr bezahlen», sagt Véronique Risi, Steuerexpertin der Steuerverwaltung des Kantons Schwyz, am Telefon. Es falle lediglich die Vermögenssteuer von wenigen hundert Franken an. «Sobald wir dann aber sämtliche Unterlagen haben, werden wir alles noch einmal sorgfältig prüfen und bestimmt auch einen Besteuerungsnachweis aus Deutschland einfordern.»

Steuerexperte Klaus Wasna aus Lörrach (D) erklärt: «Da Egli in Deutschland mit einer da ansässigen Firma einen Künstlervertrag hat, muss sie 25 % Quellensteuern an den deutschen Staat abliefern.» Beatrice Egli will sich dazu nicht äussern, doch bestimmt würde sie lieber in der Schweiz Steuern bezahlen, denn in der Gemeinde Freienbach hätte sie von ihrem «DSDS»-Preisgeld nur rund 73 000 Franken abliefern müssen, in Deutschland zahlte sie dafür bereits satte 152 000 Franken.

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