Auch nach sechs Monaten intensiver Trauer macht Star-Sopranistin Iva Schell (36), die den Ehering ihres verstorbenen Mannes Maximilian an ihrer Halskette trägt, noch immer schwere Zeiten durch: «Ich versuche nichts zu verdrängen, sondern in Gesprächen oder mit mir allein in stillen Augenblicken damit umzugehen und die Trauer als einen Teil meines momentanen Lebens zu akzeptieren», sagt Schell und verrät, dass sie oft mit ihrem toten Ehemann kommuniziere.

«Wenn ich grosse Sehnsucht und Traurigkeit verspüre, setze ich mich an den Flügel und spiele oder singe seine Lieblingslieder und Klavierstücke.» Durch die Musik bestehe zwischen ihnen ein sehr starkes Band, das sie schon zu Lebzeiten verbunden habe und jetzt über Worte und das reale Empfinden hinaus eine Verbindung schaffe. «Durch die Musik spricht die Seele zur Seele, und es gibt in diesen Momenten keine Grenzen zwischen der Welt hier und der anderen Welt, von der wir nichts wissen.»

Auf die Frage, was sie denn am meisten an Maximilian Schell vermisse, antwortet Iva Schell ohne zu zögern: «Seine Liebe, die Gespräche, seinen Rat, seinen Humor und dass er in jeder Situation hinter mir stand. Bei allen Widerständen, die mir auch wegen des grossen Altersunterschiedes entgegengebracht wurden, stand er immer zu mir und unserer Liebe und hat die Liebe, die ich ihm gegeben habe, annehmen und zurückgeben können. Ein grösseres Geschenk gibt es wohl nicht.»

Obwohl sie längst noch nicht durch das tiefe Tal der Tränen und Trauer hindurch ist, so wünscht sich Iva Schell eines Tages wieder eine starke Schulter zum Anlehnen – vielleicht sogar eine Familie mit Kindern.

«Ich würde mich sehr freuen, wenn irgendwann ein Mann nochmals meinen Weg kreuzt», sagt sie. «Er müsste mich in irgendeiner Weise faszinieren, mit mir lachen können und mich glücklich machen, aber auch verstehen, dass meine Liebe zu Maximilian immer ein Teil meines Lebens sein und in meinem Herzen bleiben wird.»

Maximilian Schell
Der ehemalige Hollywood-Beau mit österreichischer und Schweizer Staatsangehörigkeit, der in Zürich aufwuchs und als Goalgetter beim Grasshopper Club Fussball spielte, galt weltweit als einer der bekanntesten und erfolgreichsten Schauspieler deutscher Sprache. Für die Rolle im Film «Das Urteil von Nürnberg» gewann Maximilian Schell 1962 den Oscar als bester Hauptdarsteller. Er spielte zudem an der Seite von vielen Hollywood-Stars und war Taufpate von Angelina Jolie (38). Im vergangenen Januar erkrankte Schell an einer Lungenentzündung, die immer schlimmer wurde – am 1. Februar starb er in einer Innsbrucker Klinik.