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Die Stimme des Unternehmers André Lagler (47) klingt heiser, als er das Telefon abnimmt: «Erkältet bin ich nicht, aber hier in New York ist es erst vier Uhr morgens und ich war am Schlafen», sagt er trotzdem gut gelaunt und besteht darauf, das Gespräch weiterzuführen. «Mein Handy schalte ich nie aus und auch die Mails checke ich fast rund um die Uhr. Neben meiner Familie ist der Job meine grosse Leidenschaft – nur mit vollem Einsatz kann man Erfolg haben!» Angst vor einem Burnout hat der zweifache Familienvater aus Küttigen AG, der fliessend sechs Sprachen spricht und früher in Singapur, Amsterdam oder London als Banker arbeitete, nicht. «Zum Ausgleich spiele ich Tennis oder Squash und meine Familie gibt mir Kraft.»

Das ist auch nötig, denn Lagler jettet für die auf Immobilien-Anlagen spezialisierte Zürcher Firma Acron AG um die Welt: In einer Woche ist Spatenstich für den Bau eines neuen Hotels in der amerikanischen Grossstadt Atlanta: Gemeinsam mit Prominenz aus den USA und der Schweiz wird André Lagler symbolisch einen Baustein für das erste Porsche-Hotel legen. Dabei handelt es sich um einen Luxus-Komplex neben dem US-Hauptsitz des deutschen Autoherstellers, der hier unmittelbar beim Flughafen auch eine Rennstrecke für seine Kunden anbietet. Umgerechnet rund 53 Millionen Franken kostet der Bau. «Das ist eine grosse Verantwortung und daher auch immer mit einer gewissen Anspannung verbunden», gibt Lagler zu. Dabei helfen vor allem die grosse Erfahrung der Acron mit Hotelinvestments und die Präsenz der Firma in den USA seit 30 Jahren.

93 Millionen Franken für ein Hotel vor den Toren Chicagos
Das Unternehmen realisierte beispielsweise das Radisson Blu Zurich Airport Hotel, das 2008 eröffnet wurde und das einzige Hotel am Flughafen Zürich mit direktem Terminalanschluss ist. Auch in Österreich, Brasilien und anderen Ländern neben der Schweiz ist die Firma, welche 1981 von Klaus W. Bender (68) gegründet wurde, für ihre Investoren unterwegs. Und eben auch im Hotelbereich, der rund 50% der Assets ausmacht. Schon bald will André Lagler für die Acron auch vor den Toren Chicagos für Aufsehen sorgen.

Es handelt sich um ein Bauvorhaben auf dem Navy Pier, einer historischen Seebrücke im Michigansee. Hier soll ein Luxushotel mit 222 Zimmern und Suiten entstehen, wie Lagler verrät. Das siebenstöckige Gebäude mit breiten Glasfronten und einer Bar im Dachgeschoss wird eine atemberaubende Sicht auf die Skyline der Stadt bieten und das Zentrum der Festival-Hall-Überbauung sein, wo eine Vielzahl von Vergnügungs- und Unterhaltungs-Lokalen in den nächsten zwei Jahren geplant sind. Kostenpunkt: rund 93 Millionen Franken. «Dass wir als doch kleine Firma aus Zürich auf der ganzen Welt so spannende Projekte finanzieren und realisieren, ist doch schon sehr cool», schwärmt Hobbypilot André Lagler. «Dafür lohnt es sich, auch ab und zu mitten in der Nacht zu telefonieren.»