LITERATUR: Er hat ihn dann doch nicht gekriegt. Den Prix Goncourt, den grössten und renommiertesten Literaturpreis Frankreichs. Aber das ist auch schon alles, was dieses Jahr nicht geklappt hat im Leben von Joël Dicker (27). Der promovierte Jurist ist der neue Shooting Star der Schweizer Buchszene. Im September hatte er seinen zweiten Roman vorgelegt, einen 670 Seiten starken literarischen Thriller im Stil grosser US-Autoren: Mit Drive erzählt, sozialkritisch grundiert und so raffiniert, dass sich die Puzzleteile des Plots vor den Augen der Leser bis auf den letzten Seiten immer wieder neu zusammensetzen.

Und dann ging alles schnell: Der Roman erhielt den Grossen Preis der Académie française, schaffte es in den Final des Prix Goncourt und erhielt schliesslich dessen Bruderpreis, den Gymnasiasten-Goncourt. Da waren bereits über 60 000 Exemplare über den Ladentisch gegangen – und ein Ende nicht in Sicht. Längst war nicht mehr nur «La vérité sur l’affaire Harry Québert», (so der Titel des Buches) in aller Munde, sondern auch die «Affaire Joël Dicker».

Doch der Genfer Autor ist bescheiden geblieben: «Ich fühle mich privilegiert», sagte er in einem Interview. «Über meinen ersten Roman wurde kaum ein Wort verloren. Umso mehr freue ich mich über den Erfolg meines zweiten Buchs.» Dass dieses 2013/14 in über 30 Sprachen erscheint, hängt er nicht an die grosse Glocke.
Von Anna Kardos


Nicola Forster (27)
POLITIK Die kommenden Jahre werden für die Schweiz zu aussenpolitischen Schicksalsjahren: Masseneinwanderungsinitiative, Personenfreizügigkeit mit Kroatien, Ecopopinitiative – drei heisse Eisen kommen zur Abstimmung. Es sind gute Zeiten für Nicola Forster, der vor drei Jahren den aussenpolitischen Thinktank «foraus» gegründet hat. Das Netzwerk für junge Akademiker, die sich für aussenpolitische Fragen interessieren, ist 2012 auf 500 Mitglieder angewachsen, hat 120 Anlässe organisiert, zahlreiche Studien veröffentlicht – und seinen Einfluss auf den Polit-Betrieb ausgebaut. «J’aime bien foraus!», sagte Aussenminister Didier Burkhalter, nachdem er im Mai die Macher einer Studie zu den institutionellen Fragen mit der EU zum Gespräch geladen hatte. Für Wirbel sorgte eine «foraus»-Studie, die mit der Mär aufräumte, Entwicklungshilfe könne den Migrationsdruck mindern. «Die aussenpolitischen Herausforderungen der nächsten Jahre sind für uns eine Chance, uns als unabhängige Denk-Plattform weiter bekannt zu machen», freut sich Nicola Forster.
Von Christof Moser


Gülsha Adilji (27)
MEDIEN Sie ist Moderatorin, obwohl sie sich eigentlich als Webredaktorin beim Jugendsender «joiz» beworben hatte. Und nach nur zwei Jahren wurde sie in diesem Dezember von der Zeitschrift «Schweizer Journalist» zur Newcomer-Journalistin des Jahres gewählt. «Dabei bin ich gar keine Journalistin. Ich suche einfach News von anderen Medien zusammen und kommentiere diese», sagt Gülsha Adilji.

Eigentlich plant sie ihr Leben lieber, auch wenn sie durchaus spontan ist. Die gebürtige St. Gallerin schloss eine Lehre als Pharma-Assistentin ab, holte auf dem zweiten Bildungsweg die Matura nach und begann in Zürich ein Studium in Populäre Kulturen und Filmwissenschaften. Nebenbei wollte sie noch jobben, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Und da schrieb sie die Bewerbung zur Webredaktorin, die so gut war, dass sie kurz darauf im Rampenlicht vor der Kamera stand. Heute ist sie die beliebteste «joiz»-Moderatorin und auf dem Weg zum Medienstar. Diesem Ruhm traut Adilji nicht so recht: «Es kann nicht sein, dass alles so gut läuft. Ich versuche, das nicht so an mich ranzulassen, denn schon bald könnte der Wind auch wieder drehen.»

Warum sie so beliebt ist, kann sie selbst nicht so genau erklären. Die Tochter eines Albaners und einer Türkin traut sich, ihre Meinung zu sagen. Laut, offen und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen: «Wenn mir ein Rapper nicht gefällt, dann sage ich halt einfach, dass ich ihn scheisse finde.» Schimpfwörter sind keineswegs verboten bei dem Jugendsender «joiz», hier kann man reden, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Und genau das kann Gülsha Adilji wie nur wenige andere.
Von Corsin Zander


Lena-Lisa Wüstendörfer (29)
KULTUR «Vor einem Konzert sind für mich acht Stunden Schlaf wichtig. Und ich prüfe, ob meine schwarze Konzerthose gebügelt ist. Ich trage praktisch nie einen Jupe. Das ist nicht dogmatisch begründet. Ich finde Hosen einfach bequemer. Überhaupt spüre ich die ganze Gender-Sache nicht. Ich weiss, es ist nach wie vor unüblich, als Frau an der Spitze eines Orchesters zu stehen. Doch meine Erfahrung zeigt: Die Musiker interessiert nicht mein Geschlecht, sondern meine Kompetenz. Wenn ich bei der ersten Probe vor dem Orchester stehe, habe ich ein Werk vollständig im Kopf. Ich bin künstlerische Leiterin des Uni-Orchesters Bern, des Jungen Orchester Basel und des Messias-Chors Zürich. Zudem bin ich als Gastdirigentin unterwegs. Glücklich bin ich vor allem über die Auftritte in der Tonhalle Zürich und im Kulturcasino Bern dieses Jahr.

Sinfonien und Oratorien sind meine grosse Leidenschaft. Das entdeckte ich während meines Geigen-Studiums in Basel. Ich wünschte mir, zusammen mit anderen Musikern faszinierende Klänge produzieren zu können, die das Publikum berühren. Also studierte ich Dirigieren. Ich empfinde es als Privileg, Musik zum Beruf zu haben. Arbeit und Freizeit sind bei mir deshalb nicht strikt getrennt. Stehe ich nicht in einem Konzertsaal, probe ich. Und probe ich nicht, studiere ich zu Hause Partituren. Ich lese die Noten und stelle mir die Musik vor. Geprägt hat mich mein Assistenzjahr bei Stardirigent Claudio Abbado. Es beeindruckt mich, was für eine reiche Palette von Klangfarben er mit dem Orchester gestalten kann und wie er beispielsweise Gustav Mahlers Sinfonien interpretiert.

Dieses Jahr habe ich erstmals ein Werk von Mahler aufgeführt. Ein besonderes Erlebnis, denn ich schreibe auch meine Doktorarbeit über ihn. Im kommenden Jahr freue ich mich auf spannende Konzertprogramme, etwa mit dem Zürcher Kammerorchester. Eine halbe Stunde vor Konzertbeginn habe ich meistens noch kurz Zeit für mich alleine. Und während sich der Saal füllt, gönne ich mir eine Tafel Schokolade. Die gibt schnell Energie. Wird es dann dunkel im Saal und die Scheinwerfer beleuchten das Orchester, fühle ich mich wie ein Löwe, der aus dem Käfig darf.»
Von Fabienne Riklin


Stefan Bachmann (19)
Kultur: «Im Erfolg stecken etwa 90 Prozent Arbeit und 10 Prozent Talent», sagt Stefan Bachmann selbstbewusst. Er studiert am Zürcher Konservatorium Musik und begann vor drei Jahren in seinem Elternhaus in Adliswil ZH den Fantasy-Roman «The Peculiar» zu schreiben – daran arbeitete er in seiner Freizeit rund um die Uhr. Er schrieb in Englisch, denn Bachmann ist zweisprachig aufgewachsen. Der New Yorker Verlag Harpar Collins veröffentlichte dieses Jahr das Werk, und kurz darauf verglichen US-Zeitungen den jungen Schweizer schon mit Harry-Potter-Autorin J. K. Rowling. «Für Vorlesungen und Autogrammstunden reiste ich im Oktober durch ganz Amerika, das war sehr cool», schwärmt der junge Star, der auch noch fünf Instrumente beherrscht und schon einen sechsstelligen Dollar-Betrag an seinem Erstlingswerk verdiente. «Die Fans hatten sich sogar als Buch-Charaktere verkleidet.» Und auch im neuen Jahr kann man mit dem Schriftsteller rechnen: «Im Herbst 2013 folgt der zweite Teil von «The Peculiar», er heisst «The Whatnot». Danach würde ich gerne einmal etwas für Jugendliche schreiben – und wenn ich selbst erfahrener werde, etwas für Erwachsene.»
Von Sacha Ercolani


Anna Känzig (28)
KULTUR Wenn Christian Känzig Klavier spielte, sass seine Tochter Anna, knapp zwei Jahre alt, auf seinem Schoss. So bekam sie die Musik sozusagen in die Wiege gelegt. Heute sagt Känzig: «Ich muss Musik machen, weil sie in mir drinsteckt und raus will.» Nachdem sie in verschiedenen Bands spielt und singt, setzt sie jetzt zusammen mit fünf Musikern und ihrem Debütalbum «Four Acres and No Horses» erste Akzente: Grosse Radiostationen spielen ihre Musik und die Bühnen werden grösser.

Im kommenden Februar erscheint das zweite Album, «Slideshow Seasons»: Die Folk-Lieder klingen ähnlich sphärisch wie bei der Singer-Songwriterin Sophie Hunger – aber eine Spur rauer, weniger perfekt, dafür authentisch: «Es soll echt klingen wie bei einem guten Live-Gig.» Känzig singt ausschliesslich Englisch, weil sie mit ihrer Musik Grenzen überwinden und möglichst viele Menschen erreichen will. Sie tut es aber vor allem auch für sich selbst, denn in den Liedern wird eines deutlich: ihre Freude an der Musik.
Von Corsin Zander


Jonathan Mariampillai (28)
WIRTSCHAFT Er repariert den Schweizerinnen und Schweizern ihr liebstes Spielzeug: das Smartphone. Jonathan Mariampillai ist der Schweizer Handy-Doktor. Sei es ein kaputter Akku, ein zerkratztes Display oder ein defekter Knopf – der 28-Jährige ist der Retter in der Not. Vor kurzem hat Mariampillai in Spreitenbach seine achte iPhoneKlinik eröffnet. Der junge tamilische Geschäftsmann, der als Neunjähriger aus Sri Lanka mit seinen Eltern in die Schweiz kam, startete 2010 mit seinem ersten Geschäft am Manesseplatz in Zürich. Und er ist noch lange nicht am Ziel: «Ich möchte mit meinen iPhone-Klinik-Geschäften weiter expandieren», sagt Mariampillai, der vor seiner Selbstständigkeit als Kellner tätig war. Heute zählt er 16 Angestellte. Dem «Chefarzt» und seinem Team geht die Arbeit nicht aus. Denn nebst den iPhones von Apple repariert Mariampillai auch Smartphones von anderen Anbietern wie zum Beispiel Nokia oder neu auch HTC und Samsung. Normalerweise dauert die Reparatur laut Mariampillai weniger als 30 Minuten. Doch bei den Smartphones hört die Arbeit für ihn nicht auf: «Immer mehr Kunden lassen bei uns ihre Tablet-Computer reparieren, und seit einiger Zeit bringen sie auch die neuen iPad-Minis in unseren Geschäften vorbei.»
Von Benjamin Weinmann


Fabian Schär (21)
SPORT Viele tausend Male schon ist Fabian Schärs Prachtstreffer aus 65 Metern im Spiel Wil gegen Aarau auf Youtube angeschaut worden. Seither haben sich die Ereignisse in seiner Karriere überschlagen. Erstes U21-Länderspiel, Teilnehmer bei den Olympischen Spielen in London, Transfer zum FC Basel, Debüt in der Super League und dabei als Abwehrspieler zweifacher Torschütze in sieben Spielen, Einstand in der Europa League, und auch da schon getroffen. «Es ist extrem viel passiert», sagt der 21-jährige Spätzünder. «Besser hätte es nicht laufen können.» Trainer Murat Yakin, einst selbst Innenverteidiger, hat Schärs Qualitäten erkannt und ihn zum Stammspieler gemacht. 2012 war Schärs Jahr, keine Frage. Aber natürlich ist der Hunger des Ostschweizers noch lange nicht gestillt. «Wir tanzen in der Meisterschaft, im Cup und in der Europa League auf drei Hochzeiten», sagt Schär, «wir wollen schon etwas holen.» Der ausgebildete Bankangestellte ist aber klug genug, um demütig zu bleiben. «Im nächsten halben Jahr geht es vor allem darum, das Jahr 2012 zu bestätigen.» Er will noch gar nicht daran denken, dass ihm 2013 vielleicht ein erstes Natiaufgebot bringen könnte und es noch einmal «sein Jahr» wird. «Wenn mir jemand sagte, das nächste Jahr würde noch einmal so gut wie dieses – ich würde sofort unterschreiben», sagt Schär. Von Markus Brütsch


Vanessa Wood (29)
FORSCHUNG Die junge Frau legte einen Raketenstart hin: Als Yale-Absolventin doktorierte Vanessa Wood mit gerade mal 26 Jahren und forschte am Massachusetts Institute of Technology (MIT), bis sie mit 27 Jahren als jüngste und erste Frau zur Professorin für Elektrotechnik an die ETH Zürich berufen wurde. Ist sie extrem ehrgeizig oder einfach begeistert? «Ich hatte Glück und bekam bereits an der Highschool die Gelegenheit, in einem Forschungslabor zu arbeiten», sagt sie. Dort merkte sie, dass sie die Herausforderung der Forschung und den Nervenkitzel bei neuen Entdeckungen liebt. «Es bedeutete zwar viel Arbeit, dorthin zu kommen, wo ich heute stehe, aber ich hatte immer Spass dabei.»

Mit ihrer Forschungsgruppe entwickelt sie Techniken, um Materialien zur Energieeinsparung zu untersuchen. Die Ergebnisse dienen dann dazu, die Leistung dieser Materialien und damit jener Geräte zu verbessern, für die sie verwendet werden. «Wir arbeiten an Projekten, die helfen, die Energiedichte, Ladungs- und Entladungsraten und die Sicherheit von Lithium-Ionen-Batterien zu verbessern.» Zukunftsweisend dürfte auch ihre Forschung zu neuen Materialien für Solarzellen und energie-effizientere Beleuchtung sein. «Wir versuchen, das grundsätzliche Verständnis, die Entwicklung und Herstellung von Materialien so vorwärtszutreiben, dass sie in fünf bis zehn Jahren eine wichtige Auswirkung auf die Industrie haben.»

Langweilig wird Vanessa Wood ihre Arbeit noch lange nicht werden: Denn sogar zahlreiche Materialien, die heute bereits für handelsübliche Geräte verwendet werden, etwa die Batterie und das Display der Smartphones, liessen sich noch nicht vollständig erklären : «Sie funktionieren. Aber so lange wir nicht wirklich verstehen, wie sie funktionieren, ist es schwierig, sie zu verbessern.»
Von Claudia Weiss


Damien Brunner (26)
SPORT Damien Brunner ist zu gut geworden für unsere Eishockeyliga. Der Zürcher in Diensten des EV Zugs sollte auch gar nicht mehr hier in der Schweiz sein, sondern in der nordamerikanischen Profiliga NHL, wo er im vergangenen Sommer bei den Detroit Red Wings einen Vertrag unterschrieben hatte. Der Arbeitsstreit in der NHL sorgte dafür, dass Brunners Traum vorderhand nicht in Erfüllung gegangen ist. Doch das Jahr 2013 könnte für den 26-Jährigen ein Traumjahr werden. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass sich a) die zerstrittenen Parteien in Nordamerika bald einigen und b) sich Damien Brunner im NHL-Haifischbecken durchsetzen kann. Brunner ist kein typischer Schweizer Eishockeyspieler, sondern ein Trickser, ein Opportunist mit immensem Talent. Und er versprüht diese Leichtigkeit des Seins, die es neben all dem Talent eben auch braucht, um in der NHL Fuss zu fassen. Damien Brunner könnte im Jahr 2013 das gelingen, was zuvor noch keinem Schweizer Stürmer in der besten Liga der Welt gelungen ist. Er hat das Potenzial, als Türöffner für unsere nächste Spielergeneration zu fungieren. Schafft Damien Brunner den Schritt in die NHL, dann werden viele andere junge Eishockeyspieler in der Schweiz ebenfalls daran glauben.
Von Marcel Kuchta


Christoph Gebald (29)
WIRTSCHAFT Der Maschinenbau-Ingenieur Christoph Gebald (29) hat sich 2009 zusammen mit Jan Wurzbacher (29) mit einer eigenen Firma selbstständig gemacht. Die Climeworks AG, ein Spin-off aus dem Institut für erneuerbare Energieträger der ETH, entwickelt ein Verfahren, um Kohlendioxid (CO2) mithilfe eines Schwamms aus der Luft auszuscheiden. Das neue Verfahren verbrauche weniger Energie als herkömmliche Alternativen, sagt Climeworks-Präsident Gebald. Derzeit gebe es nur vier Spin-offs weltweit, die ähnliches täten.

Climeworks hat zwei Kunden, für die sie erste Anwendungen entwickelt. Ziel sei es, noch 2013 eine erste Anlage auf industriellen Massstab zu bringen. Das so gewonnene CO2 kann etwa verwendet werden, um Getränke mit Kohlensäure zu versetzen oder Gewächshäuser zu begasen. Doch mittelfristig hat Climeworks Grösseres im Visier: CO2-neutrale Treibstoffe. Schon heute wird überschüssiger Wind- oder Solarstrom verwendet, um Wasserstoff herzustellen. Mithilfe von zusätzlichem CO2 kann daraus ein erdgasähnlicher Kraftstoff hergestellt werden.

Ihr Startkapital haben die beiden Jungunternehmer einst teilweise selber aufgebracht. Zudem haben Investoren wie die ZKB oder die Firmen Hesta und Cadfem grösser Kapital eingeschossen. Noch reiche das Geld für etwa ein Jahr, sagt Gebald. «Dann müssen wir noch einmal Kapital aufnehmen.»
Von Michael Heim


Marco Kistler (28)
POLITIK 2013 wird ein entscheidendes Jahr für Marco Kistler: Voraussichtlich im Herbst kommt die 1:12-Initiative der Juso vors Volk, die eine maximale Spannbreite zwischen tiefstem und höchstem Lohn in Unternehmen festlegen will und massgeblich vom 28-jährigen Glarner initiiert wurde. Kistler, der in der Kommunikationsabteilung des Gewerkschaftsbunds (SGB) arbeitet, sorgt auch sonst politisch für Furore: Er hat die Gemeindefusionen im Kanton Glarus vorangetrieben, amtet als Landrat und sitzt für die SP als jüngster Gemeinderat in der Exekutive von Glarus Nord, zuständig für Gesundheit, Jugend und Kultur. Auf den kommenden Abstimmungskampf freut er sich: «Die Initiative geht nicht nur gegen die wachsenden Lohnunterschiede vor, sondern stärkt auch das Vertrauen in die Demokratie. Die Bevölkerung kann sich in die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft einmischen. Das ist ein wichtiges Signal.» Plant er den baldigen Sprung ins nationale Parlament? «Glarus hat nur einen Nationalratssitz, und den als Linker zu erobern, wäre sehr schwierig.»
Von Christof Moser


Regula Mühlemann (24)
KULTUR Die Innerschweizerin Regula Mühlemann wird in Fachkreisen und von Kritikern als ein grosses Nachwuchstalent der Branche hochgejubelt. 2012 schaffte sie den Sprung auf die grossen Bühnen: Mühlemann durfte an der Berliner Staatsoper in einer Neuinszenierung der Mozart-Oper «La Finta Giardiniera» mitwirken.

«Dieses Jahr war von Oper geprägt. Lange Produktionen in Venedig, Baden-Baden, Salzburg und Berlin füllten meinen Terminkalender. Da blieb wenig Zeit, neben den genannten Opernaufführungen auch Konzerte zu singen», sagt die Luzerner Sopranistin. «Das möchte ich im nächsten Jahr ändern und für einmal mein Hauptaugenmerk auf den Liedgesang und das Konzertfach legen.»

Das viele Lob ist Regula Mühlemann nicht zu Kopf gestiegen – sie arbeitet hart an ihrer Karriere, will ihre Stimme weiter ausbilden: «Mit nachhaltiger Arbeit und einer guten Gesangstechnik, die schonend mit der Stimme umgeht, kann man immer besser werden», sagt sie.

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