Nachdem letzte Woche die überraschende Entlassung von FCL-Sportchef Rolf Fringer (58) für Schlagzeilen sorgte, kommt der Verein erneut ins Rampenlicht. Der einstige Publikumsliebling Godi Waser (61) bricht nach «jahrzehntelanger innerer Qual» sein Schweigen: Waser behauptet in seiner geplanten Autobiografie, dass ein ehemaliger FCL-Mitspieler seine Frau Lucia Waser (48) vergewaltigt habe. Der sehr erfolgreiche Teamkollege, den Waser namentlich nennt, habe seine Frau auf sein Luxus-Boot gelockt. Auf dem Vierwaldstättersee sei es passiert – niemand habe ihr helfen können. «Lucia wollte damals keine Anzeige erstatten, um einen Medienrummel zu ver meiden», schreibt Godi Waser in seinem Buch, von dem der «Schweiz am Sonntag» ein mehrseitiger Auszug vorliegt.

Die Tat soll Ende der 80er-Jahre passiert sein. Da der Beschuldigte für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, verzichtet die «Schweiz am Sonntag» auf die Nennung seines Namens. Der Fussballer galt damals als eines der grössten Talente in der Schweiz, spielte in der Nati und auch bei anderen Top-Clubs.

Godi Waser hat bis heute eine grosse Wut auf seinen Ex-Mannschaftskollegen. Er litt auch unter der Demütigung, dass der angebliche Vergewaltiger mit seiner Tat bei anderen Spielern geprahlt habe. Nur zum Schutz der Kinder hat Waser der Bitte seiner damaligen Frau zugestimmt, das Ganze «zu verheimlichen und verleugnen». «Aus heutiger Sicht war das sicher ein Fehler, denn meine Ehe ging in die Brüche und unsere Kinder leiden noch heute unter dem Trauma», erklärt Waser. Er fordert daher, dass der Fall nun aufgerollt und der Täter zur Rechenschaft gezogen wird. Eine Vergewaltigung sei ein Offizialdelikt.

Laut Rechtsexperten würde eine heute eingereichte Strafanzeige wegen Vergewaltigung keine Chance auf Erfolg haben. Denn die Verfolgungsverjährung für eine Ende der 80er-Jahre mutmasslich begangene Vergewaltigung – einer damals erwachsenen Frau – beträgt 15 Jahre und sei daher abgelaufen. Auch wenn Godi Waser im geplanten Buch schwere Vorwürfe erhebt, gilt für den angeblichen Täter nach wie vor die Unschuldsvermutung.

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