US-Rocker diffamieren prominente Schweizerinnen

Stürmen in den USA die Charts, sorgen in Zürich für Ärger: Steel Panther. Foto: Keystone

Stürmen in den USA die Charts, sorgen in Zürich für Ärger: Steel Panther. Foto: Keystone

Vor ihrem Konzert in Zürich lästerte die Band Steel Panther hemmungslos über Frauen.

Primitiv, primitiver, am primitivsten. Prominente wie Topmodel Nadine Strittmatter (28), TV-Journalistin Susanne Wille (38) und Schlager-Star Francine Jordi (35) wurden von den Mitgliedern der US-Erfolgsband Steel Panthers aufs Übelste beleidigt. In einem Interview mit dem Magazin «Rckstr» bewerteten sie Schweizerinnen nach ihrem Aussehen. «War sie nicht in Rocky? Ich geb ihr eine 1, sie sieht aus wie ein Mann», lautete das Urteil bei einer der Frauen. «Wenn wir mit dem Flugzeug abstürzten würden und alle Insassen ausser sie und ich sterben und wir zwei auf einer einsamen Insel ohne Tiere stranden würden – dann wäre sie eine 8 oder 8,5. Aber wenns da Schafe gäbe, würde sie wieder auf eine 3 runterfallen», sagten die Musiker Russ Parrish und Travis Haley über eine andere Persönlichkeit.

Auch eine Politikerin blieb nicht verschont: «Irgendetwas muss mit ihr nicht stimmen, wenn sie Politikerin geworden ist. Sie könnte in der Porno-Industrie sehr erfolgreich sein. Ich würde sie wählen, weil sie heiss ist!»

Zur Verbal-Attacke wollten die Betroffenen keine Stellung nehmen, mit einer Ausnahme. «Lifestyle»-Moderatorin Patricia Boser sagt: «Eigentlich ist jedes Wort zu diesen Äusserungen eines zu viel! Die Verfasser disqualifizieren sich mit diesem Bericht selber.»

Mit ihrer Musik-DVD «British Invasion» stürmen die Steel Panthers derzeit nicht nur die US-Hitparade (Platz 2), ihre Europatour ist ausverkauft und beim Konzert vor zwei Wochen im Zürcher Volkshaus gabs keinen freien Platz mehr.

«Rckstr»-Chefredaktor Schimun Krausz bereut nicht, den Artikel veröffentlicht zu haben: «Die Kommentare von Steel Panther sind heftig und grundsätzlich despektierlich diesen Frauen gegenüber, aber wenn man sie in den Kontext dieser Band – die pubertären und sexistischen Humor zur Maxime erhoben hat – stellt, dann sieht man das grosse Augenzwinkern über der ganzen Geschichte», sagt Krausz. «Andere Medien interviewten Steel Panther ebenfalls, konnten jedoch keine Zitate daraus verwenden, weil so was halt kaum irgendwo abgedruckt oder ausgestrahlt werden darf – wir aber können das.»

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