Wie ein Profi-Model lächelt Annina Frey (36, «Ich lasse mich nicht verbiegen») für eine Fotostrecke für das deutsche Online-Portal «Outfittery» in die Kamera. Die Firma erleichtert gemäss eigenen Angaben den Männern den Einkauf von Mode im Internet – und da passt das Aushängeschild des SRF-People-Magazins «Glanz & Gloria», das bei seinen Moderationen wegen seines Kleiderstils oft für Gesprächsstoff sorgt, perfekt ins Konzept des Händlers.

«SRF-Moderatorin und Single-Lady Annina Frey gibt Styling-Tipps fürs erste Date», schreibt die Firma in einer Mitteilung und wirbt dabei um Kunden für den bevorstehenden Valentinstag. Wenn eine Moderatorin des Schweizer Fernsehens für einen Online-Shop wirbt, ist das gemäss den publizistischen Leitlinien äusserst heikel, denn ausserberufliche Tätigkeiten und Werbeauftritte von Mitarbeitenden bedürfen einer Ausnahme-Bewilligung der Chefetage. Und eine solche Bewilligung hatte Frey dafür nicht eingeholt: «SRF hat von diesem Engagement nichts gewusst», sagt Sprecher Stefan Wyss zur «Schweiz am Sonntag». «Es wurde durch das persönliche Management von Annina Frey vermittelt. Der Auftritt ist nicht im Sinne von SRF.» Über Konsequenzen und ob Annina Frey ihre Model-Gage gar spenden muss, will man sich nicht äussern.

Die Baslerin gilt längst als polarisierend und hält sich beispielsweise durch das Posten von lasziven Fotos auf sozialen Netzwerken überhaupt nicht an den Internet-Verhaltenskodex für private Aktivitäten von SRF-Moderatoren. Und als sie 2010 von der Zürcher Polizei bei einer Kontrolle mit 0,55 Promille erwischt wurde, stellte sie die Beamten auf ihrem SRF-Blog in den Senkel. Der Wutausbruch hatte Folgen: Das SRF musste sich bei der Polizei entschuldigen; Frey verlor fast ihren Job.

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