Die Belegschaft im ehrwürdigen Luxushotel Badrutt’s Palace ist in Sorge, denn der charismatische Patron Hansjürg Badrutt (84), der seinen Wohnsitz seit eh und je im eigenen Hotel hat, wurde länger nicht mehr gesichtet. Gemäss Insider-Informationen soll er schwer erkrankt sein.

Einladungen zu Vernissagen oder anderen Gala-Events nimmt der steinreiche Hotelier schon länger keine mehr an, und jetzt will oder kann er auch keine Interviews mehr geben: «Leider können Herr und Frau Badrutt gesundheitsbedingt momentan keine Interviews geben», beantwortet Palace-Sprecherin Anna Nücken eine schriftliche Anfrage.

Wie schlimm es um Hansjürg Badrutt wirklich steht und ob er derzeit im Spital in Behandlung ist, darüber schweigt man. Aufregung um das wegen der Nachfolgeregelung oft in die Schlagzeilen geratene Hotel will die Geschäftsleitung um jeden Preis vermeiden und korrigierte daher nur wenige Stunden nach dem Antwort-E-Mail den Gesundheitszustand des 84-Jährigen: «Es geht Herrn Badrutt wieder sehr gut!»

Massnahmen für einen Ernstfall hatte Hansjürg Badrutt bereits an Weihnachten vor acht Jahren in einem Überraschungscoup getroffen und die Nachfolge eines der bekanntesten Luxushotels der Welt geregelt: Er verschenkte sein Aktienpaket im Wert von rund 300 Millionen Franken an Direktor Hans Wiedemann (61). Der Nachfolger wird im Fall des Ablebens von Hansjürg Badrutt und seiner Ehefrau Aniko (84) zwei Drittel der Aktien an der Badrutt’s Palace Hotel AG erben. Wiedemann damals nach der Schenkung: «Diese Vorsorge war nur für den Fall, dass ihnen etwas passieren würde – und das hoffen wir ja alle nicht.»

Die restlichen Aktien gehörten nicht Hansjürg Badrutt, sondern seinem Neffen Johannes Badrutt. 2006 verkaufte Johannes seine Anteile nach einem Familienstreit weit unter dem Wert an die italienische Immobilienfirma Zunino. Überhaupt keine Freude an dem Deal hatte damals unter anderem der ehemalige Glencore-Rohstoffhändler Christian Wolfensberger (43). Der Ehemann von Ex-Miss Fiona Hefti (34) besitzt gemäss «Bilanz» 400 bis 500 Millionen Franken und ist der Neffe von Noch-Hauptaktionär Hansjürg Badrutt. Seit seiner Kindheit pflegt Wolfensberger engen Kontakt zum Hotelier und war schon in seinen Jugendjahren im Sommer und Winter im Palace in den Ferien.

Nun wird hinter den Kulissen spekuliert, Christian Wolfensbergers überraschende berufliche Auszeit aus «persönlichen Gründen» vor wenigen Wochen (er verliess Glencore) stehe womöglich unter anderem im Zusammenhang mit der angeblichen Krankheit seines geliebten Grossonkels. Und noch mehr: Zu gerne würde Wolfensberger die 33 Prozent der Hotel-Anteile von der italienischen Immobilienfirma zurückkaufen.

Auf telefonische Anfrage gibts bei der Immobilien-Firma Zunino dazu «keinen Kommentar», und auch Bad- rutt’s Palace will über solche Spekulationen keine Auskunft geben: «Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir hierzu keine Aussage machen können», schreibt Sprecherin Anna Nücken. Doch sie enthüllt: «Es ist geplant, ein zweites Hotel am Meer zu eröffnen, es fehlt lediglich noch das geeignete Objekt.»

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Unten: Hansjürg Badrutt: Tilllate