Bald kennen alle Anuk Steffens Gesicht. Seit diesem Donnerstag ist der Film «Heidi», in dem die 10-jährige Churerin an der Seite von Alpöhi Bruno Ganz (74) die Titelfigur spielt, in den Schweizer Kinos zu sehen. Nach Einschätzung von Filmkennern, wird die schweizerisch-deutsche Koproduktion unter Alain Gsponers Regie ein Kassen-Schlager. Superstar Bruno Ganz dazu: «Heidi ist grandios!» Der Hype um Anuk Steffen hat schon vor dem Start eingesetzt. Erst letzte Woche zierte sie die Titelseite der «Schweizer Illustrierten», und von allen Seiten wird das junge Talent mit Anfragen, Lob und Fan-Post überhäuft.

Katia Schneider-Polletin (48), die sich mit ihrem Lockenkopf und den Kulleraugen 1978 als 10-Jährige in der erfolgreichen TV-Serie «Heidi» in die Herzen der Zuschauer spielte, warnt vor zu viel Rummel um das Kind: «Ich spielte sehr gerne das Heidi, der Dreh machte mir grossen Spass und war aufregend, doch alles, was danach kam, habe ich nicht in schöner Erinnerung», sagt Schneider-Polletin, die heute mit ihrem Ehemann in Lech am Arlberg (Ö) ein Hotel führt. «Der Medienrummel und die vielen Fragen der Journalisten mochte ich gar nicht – das war damals eine grosse Belastung.»

Wie wichtig es ist, dass Anuks Eltern gerade in dieser Zeit dafür sorgen, dass bei der Schülerin bald wieder normaler Alltag herrscht, zeigen auch die Aussagen von Casterin Corinna Glaus (58): «Das Ganze, also der Dreh und jetzt noch die Promotion des Films, ist ein grosser Kraftakt für Anuk. Das ist mit Spitzensport zu vergleichen», mahnt Glaus.

Corinna Glaus besetzt seit bald 20 Jahren nationale und internationale Filme für Kino und Fernsehen sowie Werbespots. Sie entdeckte Schweizer Stars wie Joel Basman (25, «Mein Name ist Eugen») oder Max Hubacher (22, «Der Verdingbub»). «Obwohl Anuk enormes Talent, Wille und die Intelligenz hat, ist es wichtig, dass sie sich wieder auf die Schule konzentrieren kann. Zum Glück hat sie Eltern, die sie hervorragend unterstützen. Das war auch schon bei den Dreharbeiten so.»

Ob Anuk Steffen den Sprung vom Kinderstar zur ernsthaften Schauspielerin schafft, wird sich zeigen. Corinna Glaus: «Es besteht die Gefahr, dass sie künftig als Schauspielerin nur noch mit der Rolle als Heidi in Verbindung gebracht wird. Das ging vielen Kinderstars so und ist abhängig von den Regisseuren», sagt Glaus. «Ich hoffe, dass Anuk weitere Chancen erhält.» Anuk Steffen hat noch keine Mühe mit dem Rummel um sie: «Ich lebe einfach ganz normal weiter. Das sind zwei verschiedene Welten für mich, Heidi und Anuk.»

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