VON KURT-EMIL MERKI UND PATRIK MÜLLER

Wer wird Interimschef des Schweizer Fernsehens (SF), wenn die bisherige Direktorin Ingrid Deltenre Ende Jahr abtritt? Bereits am kommenden Donnerstag hätte der bisherige Chefredaktor Ueli Haldimann (55) gewählt werden sollen. Jetzt die überraschende Wende: Die Wahlbehörde, der 25-köpfige Regionalrat, hat den Termin verschoben.

Grund für die Verschiebung: Der Regionalrat, der am 18. Juni ursprünglich nur den neuen Radiodirektor hatte wählen wollen, wurde vergangene Woche von Deltenres Demission überrascht. Um nicht zwei Wahlsitzungen anberaumen zu müssen und um keine reglementarisch vorgesehenen Fristen zu verletzen, werden SF- und Radio-Direktion nun gemeinsam am 9. Juli bestellt.

Wie aus dem Regionalrat zu hören ist, sind diese Wahlen nur noch eine Formsache. Gegen den neuen Radio-Chef Iso Rechsteiner gibt es keine Einwände und gegen Ueli Haldimann gibt es keine Konkurrenz.

Denn Urs Leutert (55), dem ein Interesse an diesem Posten nachgesagt wurde, hat sich selber aus dem Rennen genommen: In einem Schreiben an seine Untergebenen, das dem «Sonntag» vorliegt, lobt Leutert die abtretende Direktorin in den höchsten Tönen, versichert Haldimann seiner Lo-yalität – und jammert gleichzeitig: «Die Frage eines Fernsehdirektors Leutert stellte sich nicht – und wird sich auch künftig nicht stellen. Diejenigen, die heute entscheiden, haben Gründe, mich nie auf eine Kandidatenliste zu setzen.»

Richtig spannend wird es dafür, wenn es um die Wahl des künftigen «Superdirektors» geht. Radio und Fernsehen sollen ab 2011 von einem CEO geführt werden. Der Interimschef des SF wird einen Startvorteil haben für diesen neuen, prestigeträchtigen Posten. Bereits im Herbst werden die Kandidaten evaluiert.

Und hier kommt jetzt ein bekannter Name ins Spiel: Filippo Leutenegger (56), Zürcher FDP-Nationalrat, ehemaliger SF-Chefredaktor und einstiger CEO des Jean-Frey-Verlags. Aus Leuteneggers Umfeld verlautet, dass er eine Kandidatur vorbereite. «Leutenegger weibelt in der Wandelhalle für sich», beobachtete CVP-Präsident Christophe Darbellay diese Woche an der Session.

Lesen Sie die ganze Geschichte in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!