Als 12-Jähriger trat Jan Dettwyler alias Seven (37) an einer Hochzeitsparty als Michael-Jackson-Imitator auf. Die Show brachte dem Künstler 50 Franken ein. Wer den Aargauer Soul- und R&B-Sänger heute, also rund 25 Jahre später, für eine Show buchen will, muss deutlich tiefer ins Portemonnaie greifen: Gemäss Recherchen verlangt sein Management mindestens 25 000 Franken pro Gala-Auftritt. Tendenz steigend.

Für seinen derzeit rasant in die Höhe schiessenden Marktwert kann sich Seven vor allem bei Xavier Naidoo (44) bedanken. Der deutsche Superstar entdeckte Seven bei einem Auftritt am Rande des Blue Balls Festival im Luzerner Kultur-und-Kongress-Zentrum und wollte ihn unbedingt beim diesjährigen Vox-Erfolgsformat «Sing meinen Song – Das Tauschkonzert» dabei haben. Die dritte Staffel, die aktuell jeden Dienstagabend ausgestrahlt wird, ist wie erwartet wieder ein Quotenknüller – und davon profitiert auch der Schweizer Sänger: Nebst einer Gage von gemäss Insider-Informationen umgerechnet rund 150 000 Franken katapultierte die enorme TV- und Medienpräsenz (Vox porträtierte Seven gar in einer 60-minütigen Sondersendung) sein neues Best-of-Album in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Platz eins der iTunes-Charts. Und beinahe täglich erhält sein Management Anfragen für neue Engagements.

Manager Andreas Bär Läsker (52), einst Jurymitglied der RTL-Castingshow «Deutschland sucht den Superstar», freut sich über den Mega-Erfolg seines Schützlings, will aber weder die Vox-Gage kommentieren noch sonst über Geld reden: «Informationen über die Einnahmen oder den Marktwert des Künstlers Seven möchten wir in keiner Weise öffentlich machen», so sein knappes Statement. Fest steht: Geldsorgen muss sich Seven künftig nicht mehr machen, denn nebst den Auftritt-Gagen schenken nun auch Tantiemen und Urheberrecht aus Song-Verkäufen mächtig ein. Branchen-Experte Mark Wyss (59), Entdecker und Ex-Produzent von «Chihuahua»-Sänger DJ Bobo (48), schätzt die kommenden Einnahmen aus Einzelsong- und CD-Verkäufen, Auftritten und Urheber- und Verlagsrechten auf mehrere hunderttausend Franken. «Jetzt kann Seven vor allem mit eigenen Konzerten richtig reich werden – und vielleicht schafft er mit seinem Talent sogar den Sprung nach Amerika», so Wyss.

Kein Geld fürs Essen
Von solchen Summen konnte Seven früher nur träumen – gerade er weiss, was es heisst, am Rande des Existenzminimums zu leben: Seine Frau Zahra, eine Halb-Kenianerin, mit der er einen Sohn hat, plauderte bei «Sing meinen Song» vor laufender Kamera aus dem Nähkästchen. Als die beiden sich kennen lernten, war Seven weit davon entfernt, ein Star zu sein – im Gegenteil: Der Musiker hatte nicht einmal Geld für Essen, geschweige denn für ein richtiges Bett. Also ass er gemäss Zahra fast nur Reis und schlief auf einer Matratze. «Er war eigentlich nicht beziehungsfähig», so seine Frau. Mit Nebenjobs als Schuh- und Plattenverkäufer hielt sich der Vollblutmusiker über Wasser. Die harten Zeiten sind nun vorbei, Seven wird nie wieder für 50 Franken als Michael-Jackson-Imitator auf der Bühne unterhalten müssen.

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