Die Kinder bekannter Schweizer Wirtschaftsführer sind aktiver denn je: Catherine Ackermann (30), die Tochter des weltbekannten Bankers Joe Ackermann (66), hat vor kurzem in Zürich eine GmbH gegründet und will mit ihrer Filmproduktionsfirma gross durchstarten. Den Ehrgeiz und das Durchhaltevermögen scheint die Single-Frau, die schon im Nationaltheater Weimar in der Oper «Tosca» auftrat und in diversen deutschen TV-Serien mitspielte, von ihrem Vater geerbt zu haben: «Wenn man hart arbeitet, kann man viel erreichen», ist Catherine Ackermann überzeugt.

Auch der Sohn von Milliardär und Glencore-Chef Ivan Glasenberg (57, seit 2011 Schweizer) verdient seit kurzem sein eigenes Geld und macht international als DJ Gil Glaze auf sich aufmerksam. Bisher durfte der 21-Jährige in Clubs in St. Moritz oder Zürich Partymusik auflegen – und sogar schon in bekannten New Yorker Clubs. Gage pro Abend: mindestens 4000 Franken. Interviews gibt der scheue Künstler keine, doch in der Szene ist der Glasenberg-Sprössling sehr beliebt: «Die Erwartung und der Erfolgsdruck ist aufgrund seines bekannten Namens enorm, doch er macht einen super Job und ist total am Boden geblieben», schwärmt ein Zürcher Club-Besitzer.

Der älteste Sohn von Ex-UBS-Chef Marcel Ospel (64) hat sich ebenfalls für ein Künstlerleben entschieden, bisher jedoch ohne grossen Erfolg. Fünf Jahre lang lebte Phil Ospel (34) als Schauspieler in New York und hoffte auf eine grosse Hauptrolle. Nun ist er wieder in die Schweiz zurückgekehrt, denn das Business sei nach eigenen Angaben «brutal hart». Aufgeben will Ospel nicht und hofft, nun mit einem selbst geschriebenen Fantasy-Roman einen Weltbestseller zu landen. Zu Vater Marcel hat Phil, der nie ein Geheimnis aus seiner Homosexualität machte, noch immer ein gutes, aber kein sehr enges Verhältnis.

Von der Tochter des Nestlé-Präsidenten Peter Brabeck (70) gibt es Neuigkeiten: Carolina Brabeck (40) arbeitete jahrelang erfolgreich als Designerin und hat nun vor kurzem ihre Westschweizer Unternehmung «The Glasshouse» aus privaten Gründen verkauft. Über die kassierte Summe schweigt sie. Sie sei schon früh zu finanzieller Selbstständigkeit angehalten worden, sagte Carolina Brabeck bei der Firmengründung 2006. Das Geld für die Firma stamme nicht vom Papa, sondern von einem Bankkredit.

Das Bild vom Oberschichtkind, das mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wird und von den Eltern ein leichtes Leben finanziert erhält, ist in den Augen von Carolina Brabeck ein Klischee. Auch Catherine Ackermann hat dazu eine klare Haltung: «Nie im Leben würde ich meinen Vater auch nur um einen Franken für meine Projekte bitten, ich will auf eigenen Beinen stehen.»

Dass Gina Schmidheiny (34) eines Tages mehr als ihr Papi Stephan Schmidheiny (67) verdienen wird, ist eher unrealistisch: Der frühere Grossindustrielle ist längst Milliardär. Trotzdem ist Gina ehrgeizig und gründete in Zürich ihre eigene Firma namens Sound Development. Zweck laut Handelsregister: Herstellung und Vermarktung von Tonträgern jeglicher Art und Förderung und Vermittlung von KünstlerInnen. Bisher ohne nennenswerten Erfolg.

Die Erwartungen an die Kinder von Schmidheiny, Ospel, Ackermann und Co. sind gross und lasten auf deren Schultern. Der verstorbene Psychologe Arist von Schlippe schrieb zu dem Thema ein Buch: «Als Kind berühmter Eltern geboren zu werden, bedeutet, mit dem Nachnamen ein ganzes Assoziationsfeld mit vielen Erwartungen zu erben», schrieb er. «Wer sich den Erwartungen oder Wünschen seiner Umgebung ausliefert, läuft Gefahr, daran zu zerbrechen.»

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper