Das über die Grenzen hinaus bekannte Luzerner Gourmet-Restaurant «Maihöfli» mit Pächter und Koch Peter Burri, der vor allem während des Lucerne Festival unter anderem internationale Prominenz bewirtet, hat Top-Bewertungen auf Tripadvisor und Google. Es ist eines von wenigen Gault-Millau-Restaurants der Stadt Luzern mit stolzen 14 Punkten. Diese Woche verbreitete sich in den sozialen Medien das Gerücht, dass Burri der Wirt sei, der in den vergangenen Jahren schon mehrmals wegen Widerhandlung gegen das Lebensmittelgesetz angezeigt wurde – gemäss einem anonymisierten Bericht der «Luzerner Zeitung» letztmals im November 2016.

Laut Staatsanwaltschaft sind im Restaurant erneut verschimmelte und verdorbene Produkte gefunden worden, Geräte waren zum Zeitpunkt der Kontrolle verschmutzt, Lebensmittel teilweise überhitzt oder nicht datiert. Peter Burri wurde dafür bereits wegen Widerhandlung gegen das Lebensmittelgesetz angezeigt, verurteilt und mit 2500 Franken gebüsst.

Eigentlich wollte er anonym bleiben, entschied sich nun aber doch, für sein Verfehlen geradezustehen – das ist einzigartig in der Gastro-Branche. «Das Restaurant ‹Maihöfli› wurde wegen Verstosses gegen das Lebensmittelgesetz gebüsst. Ich habe Fehler gemacht. Es ist mir in der Vergangenheit nicht genügend gelungen, alle gesetzlichen Hygiene-Auflagen zu erfüllen», gesteht Burri gegenüber «Schweiz am Sonntag». «Das bedaure ich sehr. Ich habe die nötigen Konsequenzen gezogen. So habe ich sofort mehrere Massnahmen zur Verbesserung der Reinigung getroffen, Kühlgeräte ausgetauscht und die Selbstkontrollen verschärft. Es ist mir ein wichtiges Anliegen, Transparenz und Vertrauen zu schaffen.»

Ob dem «Maihöfli» nun Gault-Millau-Punkte weggenommen werden, darauf geht Urs Heller (63), Chefredaktor des Gourmetführers GaultMillau Schweiz, nicht ein. Er sagt aber: «Eine unappetitliche Geschichte! Aber wir dürfen uns keine Illusionen machen: Eine 100-Prozent-Hygienegarantie gibts nirgends, weder im Restaurant noch in einem Spital. Passieren kann immer etwas.»

Erst vor zwei Jahren wollte Gesundheitsminister Alain Berset (44) die Praxis ändern, mehr Transparenz schaffen und die Namen von fehlbaren Wirten veröffentlichen. Das Begehren scheiterte, weil es von der Gastro-Lobby und den bürgerlichen Parteien zu viel Widerstand gab. Urs Heller dazu: «Bei einem leichten, einmaligen Vergehen plädiere er für Gelassenheit. «Bei wiederholten und schweren Vergehen kann kein Koch ernsthaft Anonymität einfordern.» Peter Burri hofft, mit Transparenz das Vertrauen der Gäste zu behalten: «Auch darum beziehen wir öffentlich Stellung und gehen aktiv auf unsere Kunden und Partner zu.»

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