VON SACHA ERCOLANI UND PATRIK MÜLLER

Es ärgert ihn, wenn er dauernd auf seinen Vater – Bundesrat Moritz Leuenberger – angesprochen wird. Jetzt äussert sich Manuel Löwensberg selber politisch. Und erklärt Journalisten zu seinen Feinden.

Während Verkehrs- und Medienminister Moritz Leuenberger (62) seine wohlverdienten Sommerferien geniesst, macht Sohn Manuel (34) Politik. Seiner Ansicht nach sind viele Bürger nicht fähig, kompetent abzustimmen: «Ich fände es geil, wenn man bei einer Abstimmung eine Prüfung machen müsste. Ein gewisses Wissen muss man haben, damit die Stimme zählt.» Es sei «extrem wichtig, dass man sich in einer Demokratie bildet», sagt Löwensberg gegenüber Radio 1.

Manuel Löwensberg ist dem TV-Publikum bekannt aus «Lüthi und Blanc». Nun ist er Hauptdarsteller im Kinofilm über die Rad-Legende Hugo Koblet. Obwohl er als Schauspieler immer mehr Erfolg hat, wird er oft auf seinen Vater angesprochen. Und das ärgert ihn gewaltig. Es sei ein «dummes Scheiss-Gelaber», wenn es heisse: «Ah, das ist doch der von dem!» Und weiter poltert Löwensberg: «Dieses Gschnörr finde ich huere doof.»

Deshalb kriegen die Medien ihr Fett ab, von «NZZ» bis «Blick». Löwensberg erzählt von einem Journalisten der «NZZ am Sonntag», der schrieb, Manuel habe erst mit 12 Jahren erfahren, dass Moritz Leuenberger sein Vater sei. «Als der Typ von der ‹NZZ› kam, dachte ich: Jetzt wird das Niveau aber sicher tüchtig steigen.» Dann habe er ihm vertraut, aber zu Unrecht. Seine Folgerung: «Sprich nie mehr mit solchen Leuten. Sie duzen dich zwar, aber sie sind deine Feinde!»

Weiter outet sich Löwensberg als lupenreiner Linker: «Kulturelle Ausgaben sind wichtig, existenziell.» Auch die Förderung des öffentlichen Verkehrs hält der passionierte Velofahrer für wichtig, und ebenso, «dass nicht repressiv gehandelt wird, das bringt nichts». Zudem ist der Schauspieler, der im letzten Film gern mal eins kiffte, für die Legalisierung «gewisser Drogen».

Im Radio-Interview beantwortet er dann doch noch Fragen zu seinem Vater: Man habe zu Hause politisiert. Die Familie sei «mehrheitlich» gleicher Meinung gewesen. «Ich habe nie gross rebellieren müssen, aber das ist okay.»