Es war ein kurzes Comeback: Trotz beachtlichen Quoten von rund 250000 Zuschauern pro Sendung wird der Bündner Moderator Claudio Zuccolini (41) kommenden Dienstag vorläufig zum letzten Mal «Wer wird Millionär?» präsentieren. Die Show wurde bereits im RTL-Studio in Köln aufgezeichnet – dort, wo auch Günther Jauch (55) seine Millionäre kürt. «Ich weiss noch nicht, ob und wann es weitergeht. Senderchef Dominik Kaiser analysiert nach der dritten Ausgabe alles und wird mich dann informieren», sagt Claudio Zuccolini. «Es macht grossen Spass und ich hoffe sehr, dass die Show weitergeführt werden kann.»

Dass man nach nur drei Ausgaben das Ganze bereits infrage stellt, überrascht: «Ich freue mich sehr, dass wir dieses grossartige Format wieder für die Schweiz produzieren können», schwärmte 3+-Chef Dominik Kaiser, als er das prestigeträchtige Format vor einigen Monaten in einer Medienmitteilung ankündigte. Dass es sich dabei aber vorerst nur um einen kurzen Testlauf von drei Shows handelt, davon war nichts zu hören – man glaubte, «Wer wird Millionär?» sei das neue Aushängeschild des jungen erfolgreichen Senders.

Doch auch beim Hauptsponsor Minor bestätigt man jetzt: «Es war so geplant, nun ist alles offen», sagt Markus Wilda, Marketing-Chef von Maestrani Schweizer Schokoladen AG. «Falls 3+ weitermacht, werden wir ein weiteres Sponsoring-Engagement prüfen. Ob wir aber wieder dabei sind, können wir zurzeit noch nicht sagen.»

Auf das mögliche Aus von «Wer wird Millionär?» angesprochen, reagiert 3+-Chef Dominik Kaiser gelassen: «Am Dienstag ab 20.15 Uhr wird es wieder spannend um die Million und wir werden uns nach der Ausstrahlung in Ruhe entscheiden.» Die aufwändige Show (mit 140 Toneinspielern und vielen Lichteffekten) ist nicht billig – doch gemäss Kaiser hängt seine Entscheidung nicht nur vom Geld ab: «Klar ist die Show teuer, aber nicht teurer als unsere anderen Sendungen wie ‹Bauer, ledig sucht...› oder ‹Supermodel›», so Kaiser. Man könne sich «Wer wird Millionär?» langfristig schon leisten. «Wir verlieren ja mit allen Eigenproduktionen Geld, das ist hier nicht anders.» Die Einnahmen würden vor allem durch Sponsoring und Werbung finanziert.

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