An seiner Arbeit liebt er vor allem eines, sagte EU-Korrespondent Jonas Projer (32) vor wenigen Tagen. Er liebt es, täglich Übersetzer zwischen der internationalen EU-Politik in Brüssel und dem Schweizer Publikum zu sein.

Doch davon wird sich Projer wohl bald verabschieden. Ab kommendem Sommer will er vielmehr den Übersetzer zwischen streitenden Schweizer Politikern und den SRF-Zuschauern geben. Gemäss Recherchen der «Schweiz am Sonntag» ist Projer heissester Kandidat für die Nachfolge von Urs Wiedmer als «Arena»-Moderator. Offiziell will sich weder das SRF noch Projer dazu äussern, doch die Pläne sind weit fortgeschritten. Der 32-Jährige hat bereits erste Testaufnahmen mit Parlamentariern gedreht. Thema der Test-«Arena» war die Mindestlohninitiative.

Jonas Projer wäre einer der jüngsten «Arena»-Moderatoren überhaupt. Nur Patrick Rohr war 1999 mit 31 Jahren noch jünger. Für Projer wäre das keine neue Erfahrung. Er ist derzeit der jüngste TV-Korrespondent des SRF. 2011 wurde er vom Branchenmagazin «Schweizer Journalist», zum Newcomer des Jahres gewählt. Davor war er zwei Jahre in Zürich und Schaffhausen für das SRF tätig.

Projer war selbst überrascht, als sich 2011 die Gelegenheit ergab, als EU-Korrespondent nach Brüssel zu ziehen. Der «Politverrückte», wie er in Zeitschriften auch genannt wird, musste nicht lange überlegen. Trotzdem war es am Anfang «grausam», wie er gesteht. Die Diplomatensprache machte ihm schwer zu schaffen. «Da hat man ein Papier vor sich und versteht nichts, das muss man erst mal aushalten», sagt er.

Mit dem Job als «Arena»-Moderator könnte er sein Profil als Polit-Journalist weiter schärfen. Doch seine Entscheidung wird wohl auch von der Familie abhängen. Projer ist verheiratet und Vater eines Buben (3) und von Zwillingsmädchen (1).

Bis zur Sommerpause im Juli führt allerdings weiterhin Urs Wiedmer die Diskussionen. Auch er wird dem SRF erhalten bleiben: als neuer Bundeshaus-Korrespondent.

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