VON SACHA ERCOLANI

Der grosse internationale Durchbruch gelang Nella Martinetti 1988 – sie schrieb für Weltstar Céline Dion (42) den Megahit «Ne partez pas sans moi». Ein Song, der unter die Haut geht. Dion gewann im selben Jahr damit den Eurovision Song Contest in Dublin. Seither wurde der Gänsehaut-Titel auf Millionen Tonträgern veröffentlicht. Noch heute bezieht Nella als Text-Urheberin regelmässig Tantiemen vom Hit mit der Suisa-Werknummer T-900.826.338-5.

Und auch ihre Single-CD «Bella Musica» verkaufte sich über 2,5-Millionen-Mal! «Ich habe meinen Nachlass noch immer nicht genau geregelt», verrät die 63-jährige Entertainerin mit schwacher Stimme am Telefon. «Da kommt einiges zusammen: viel Schmuck, eine wundervolle 5-Zimmer-Terrassenwohnung in Jona und unzählige Hits, welche ich geschrieben habe.» Nun wolle sie das endlich alles schriftlich festhalten. Gemäss eigenen Aussagen bleibe ihr dafür «nicht mehr viel Zeit». «Ich habe enorme Schmerzen und verbringe teilweise tagelang nur noch im Bett – ohne Schmerzmittel geht gar nichts mehr.»

Seit der Prognose ihrer schweren Bauchspeicheldrüsenkrebs-Erkrankung vor einem halben Jahr musste die Schweizer Showbusiness-Legende durch ein Wechselbad der Gefühle. Wer sie einst in TV-Sendungen wie «Happy Day» und in «Talk Täglich» von Tele Züri erlebte, konnte kaum glauben, dass die strahlende Tessinerin derart schwer erkrankt sein soll. Doch es ist ernst: Der Krebs im fortgeschrittenen Stadium ist inoperabel. Dazu haben sich Metastasen in der Leber gebildet.

In Guten und wie auch in schweren Zeiten, konnte und kann sich Nella immer auf ihre beste Freundin Marianne Schneebeli verlassen – und das schon seit 24 Jahren! «Sie schenkt mir so viel Liebe und Freude, liest mir jeden Wunsch von den Lippen ab. Ich liebe Marianne. Aber nicht körperlich, sondern nur platonisch», so Martinetti. Marianne begleitete sie während der Chemotherapie und betreut Nella rund um die Uhr. «Ihr werde ich meinen Nachlass vererben – und ganz sicher auch den Song von Céline Dion.» Kinder, die ebenfalls etwas bekommen könnten, hatte Nella Martinetti nie. Schade, wie sie findet: «Ich war 25, als ich ein Kind von meinem damaligen Freund Paolo abtreiben liess. Für mich hatte meine gerade beginnende Karriere Vorrang. Ich stelle mir das Kind heute als Mann vor – und bereue meine Entscheidung oft!»

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