Auf diesen Tag wartet Publikumsliebling Jonny Fischer (36) seit Jahren: In wenigen Wochen, am Samstag, 4. Juni, heiratet er im Tessin in einem Fünfsternehotel direkt am Lago Maggiore seinen Schatz Michi Angehrn (27). Und schon jetzt steht fest, Fischers Mutter und Vater werden an der romantischen Zeremonie und dem anschliessenden Fest nicht dabei sein. Glaubt man bisherigen Medienberichten, so lehnen sie die Homosexualität ihres Sohnes aus religiösen Gründen ab und wollen keinen Kontakt zu ihm. «In meiner Familie war das Coming-out sehr schwierig und ist es heute noch. Ich habe keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern», wird Jonny Fischer im Schwulenmagazin «Display» zitiert.

Sein trauriges Familiengeheimnis erfuhr vor wenigen Wochen die ganze Schweiz: Er habe alte Eltern, die in einer anderen Welt aufgewachsen seien, erklärte der Juror der SRF-Show «Die grössten Schweizer Talente» gegenüber der «Glückspost».

Auch in der «Schweizer Illustrierten» und anderen Zeitschriften und Zeitungen klagte Jonny Fischer über seine Eltern. Sie kamen bisher nie zu Wort. Die «Schweiz am Sonntag» telefonierte diese Woche mit der Mutter des Comedy-Stars und erfuhr dabei Erstaunliches. «Das Ganze war und ist nicht einfach für meinen Mann und mich. Ich werde noch immer von vielen Leuten auf die gemeinen Zeitungsberichte und die angeblichen Aussagen unseres Sohnes angesprochen. Aber was bisher über uns in der Presse stand, ist alles nur frei erfunden, komplett gelogen», stellt Marie-Helen Fischer klar. «Jonny Fischer ist unser Sohn, wir haben ein gutes Verhältnis und stehen in Kontakt. Alles ist gut.»

Ihr Sohn habe ihr am Telefon gesagt, sie solle nicht alles glauben, was in den Zeitungen stehe. Auf die bevorstehende Hochzeit angesprochen, kündigt sie an, dass beinahe die ganze Familie teilnehmen werde. «Leider können mein Mann und ich nicht gehen, denn er ist schwer krank, und ich werde bei ihm bleiben und ihn pflegen», sagt Marie-Helen Fischer am Telefon.

Ob Jonny Fischer seine Mutter heute, am Muttertag, besucht oder kontaktiert und ob er sich mit seinen Eltern offenbar plötzlich versöhnt hat, dazu will er sich nicht äussern: «Jonny möchte sich zu seinen Eltern nicht mehr weiter äussern», lautet das Statement von seiner Sprecherin Nina Hürlimann.

Aussage gegen Aussage
Verwirrend für die Fans von Jonny Fischer ist, dass er erst vor kurzem in einem Interview sagte, seine Eltern hätten sich von ihm abgewendet, weil er schwul sei. «Früher hätte mich das traurig gestimmt. Inzwischen habe ich eine wunderbare Ersatzfamilie aus Freunden gefunden», sagte Fischer gegenüber dem SRF-People-Magazin «Glanz & Gloria» auf die Frage, ob er denn keine Probleme habe, wenn seine Eltern nicht zur Hochzeit ins Tessin kämen.

Der Bühnen-Profi ist mit vier Geschwistern im Baselbiet gross geworden. Sein Vater und seine Mutter, ein Keramik-Künstler und eine Lehrerin, haben ihn gemäss eigenen Aussagen streng freikirchlich erzogen. Ob Jonny mit seinem Familiengeheimnis gar nur Publizität für die neue «Divertimento»-Tour «Sabbatical» suchte – Tickets dafür gibt’s seit dieser Woche im Vorverkauf – oder ob seine Mutter nicht die ganze Wahrheit sagt, darüber kann nur spekuliert werden.

Fakt ist, Fischer hat die Liebe seines Lebens gefunden, und er fiebert der Krönung seines Glücks entgegen. Sollten er und seine Eltern sich zudem tatsächlich versöhnt haben, kann er seinen grossen Tag bestimmt noch mehr geniessen.

Ungeachtet dessen: Von seinen religiösen Eltern oder einer anderen Instanz braucht er keinen Segen. «Ich glaube zwar an Gott, ob aber die Kirche mitzieht, ist mir egal», so Fischer im «Blick». «Denn ich akzeptiere nicht, was Kirchen vorgeben»

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