Kommenden Mittwoch erscheint Anja-Maria Stampflis 144-seitiges Buch über ihr Liebesabenteuer mit dem grossen Entertainer Udo Jürgens, der sie nach eigenen Angaben erobert und verführt haben soll, als sie 19 Jahre alt war. Das Buch sei keine Abrechnung, «weil das Schöne überwiegt», sagt die heute 44-jährige Journalistin.

Doch einige Fans des im letzten Dezember mit 80 Jahren verstorbenen legendären Sängers (u. a. «Griechischer Wein» oder «Merci, Chérie») sehen das anders und sind bereits vor der Veröffentlichung erzürnt: «Ich erhalte anonyme Mord-Drohbriefe», sagt Anja-Maria Stampfli. Weitere üble anonyme Drohungen, Beschimpfungen oder Beleidigungen seien über die sozialen Netzwerke wie Facebook oder sonstige Seiten im Internet gekommen. Sie lebe derzeit in grosser Angst, traue sich kaum mehr auf die Strasse und habe deshalb die Polizei eingeschaltet.

Skurril daran ist, dass früher Stampfli selber nachweislich vor allem prominente Persönlichkeiten wie unter anderem Alt-Bundesrat Adolf Ogi (72) belästigte. Und auch Udo Jürgens gab zwar einst gegenüber der Polizei zu, zwei oder dreimal intimen Kontakt mit Anja-Maria gehabt zu haben. Dann sei die Frau für ihn aber zur «Hölle auf Erden» geworden. Dass sie Jürgens gestalkt haben soll, dagegen wehrt sich Anja-Maria Stampfli vehement: «Gestalkt habe ich Udo niemals. Wir hatten einen ganz bösen Streit, der dauerte aber nur einen Tag. Udo hatte mich fettes, hässliches Weib genannt.» Sie habe sogar Beweise, dass vor seinem Tod Frieden zwischen ihnen war: «Ich habe gerade aus der letzten Zeit noch viele Mailbox-Nachrichten von Udo, die oft länger als drei Minuten dauern, insgesamt sicher etwa 40 Messages.»

Das Buchprojekt sei nicht nur ihr, sondern auch Jürgens sehr wichtig gewesen. Stampfli sagt: «Da Udo zu Lebzeiten von meinem Buch erfahren und es gelesen hat, halte ich es für legitim, mein Leben in seinem Schatten auch veröffentlichen zu dürfen», sagt sie selbstbewusst. «Er hat mich dazu sogar ermutigt. Udo Jürgens war ein Genie, und ich will ihm mit meinem Buch ein Denkmal setzen.»

Sie hoffe doch sehr, dass seine Fans das nun begreifen und sie in Ruhe lassen. «Udo war der erste Mann in meinem Leben, all dies und mehr erfährt man im Buch», sagt sie. Das Management und die Kinder von Udo Jürgens haben zwar Kenntnis vom brisanten Enthüllungsbuch («Udo Jürgens hautnah»), wollen aber derzeit nichts dagegen unternehmen.

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