VON SACHA ERCOLANI

Die Entdeckerin von Topmodels wie Julia Saner (18) oder Nadine Strittmatter (25) schwärmt: «Patrizia Laeri beobachte ich schon länger. Sie ist sehr fotogen und hat grosses Potenzial, nebenbei als Model zu arbeiten», so Ursula Knecht, Inhaberin der Zürcher Modelagentur Option. «Ich würde sie gerne zu einem Casting einladen.»

Dass Laeri Knecht auffiel, ist kein Wunder. Denn die 32-jährige Zürcher Ökonomin, die «SF Börse» moderiert und auch als Redaktorin bei der Sendung «10vor10» arbeitet, posierte in den vergangenen Monaten wiederholt für diverse Magazine. Darunter im «Bolero», der «SI-Style» und zuletzt für eine Titelstory der TV-Zeitschrift «Tele». Immer im verführerischen Model-Look, von Visagisten top gestylt und eingekleidet.

Obwohl die Verlockung, im Zeitschriften-Rampenlicht zu stehen, gross ist, geben nicht alle TV-Schönheiten den Anfragen nach – in der Szene gelten Homestorys und Modelaufnahmen als verpönt: Die attraktive Carolin Schober (26), die für den weltweit grössten Businesskanal CNBC täglich live aus der Schweizer Wirtschafts- und Finanzwelt berichtet, oder auch «10vor10»-Moderatorin Susanne Wille (36) distanzieren sich strikte von solchen Beauty- und Privat-Geschichten. Zu riskant ist es, das Image und die nötige Distanz einer glaubwürdigen News-Moderatorin aufs Spiel zu setzen.

So sieht es auch Starwerber Frank Bodin. Er rät daher Laeri von einem Wechsel ins Model-Business ab: «Den Moderatoren-Job, der mit Sicherheit eine längerfristige Karriere-Perspektive verspricht, mit einem Model-Job zu tauschen, ist Patrizia Laeri kaum zu empfehlen – ausser sie hätte von Beginn weg extrem lukrative Verträge in der Tasche», sagt der CEO der Agentur Euro RSCG.

Zudem erklärt Bodin, dass Models nicht mit Testimonials zu verwechseln seien. «Also Persönlichkeiten, die aufgrund ihrer Bekanntheit und ihrer spezifischen Eigenschaften für eine Marke werben. Frau Laeri hätte eigentlich die Chance, wegen ihrer medialen Bekanntheit in einigen Jahren ein Testimonial zu werden.»

Patrizia Laeri, die gemäss ihrem letzten Interview mit der Modezeitschrift «Bolero» «nicht auf Massenmode, sondern auf Designer» steht, bekommt aber auch Rückendeckung. Medienunternehmer Roger Schawinski (65) erkennt bei ihren Ausflügen ins Modelgeschäft keine Probleme, im Gegenteil: «Ich sehe da vor allem Vorteile», so der ehemalige Chef von Sat1. «Es ist doch toll, wenn beim Schweizer Fernsehen Leute mit Star-Appeal arbeiten.»

Laeri lehnt das Angebot von der Modelagentur vorerst jedoch ab. «Sie kann es sich nicht vorstellen, als Model zu arbeiten», so SF-Sprecher Marco Meroni. Der Grund scheint klar zu sein, denn gemäss Meroni widerspräche es den Bestimmungen der publizistischen Leitlinien von SF: «Moderatorinnen und Moderatoren dürfen nicht für kommerzielle Produkte werben.»

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