Udo Jürgens komponierte über 900 Lieder, veröffentlichte mehr als 50 Alben und verkaufte mehr als 100 Millionen Tonträger. Der gebürtige Österreicher, der seit sieben Jahren auch einen Schweizer Pass hat, ist der grösste deutschsprachige Entertainer. Am kommenden Dienstag, den 30. September, wird er 80 Jahre alt. Doch ans Aufhören denkt er noch lange nicht. Im Gegenteil: Mit 80 will er nochmals richtig durchstarten. Mit einem neuen Album, einer Tournee und einer grossen Fernsehshow, die am 18. Oktober ausgestrahlt wird. Mit dabei ist auch immer sein Freund und Bandleader Pepe Lienhard. Der «Schweiz am Sonntag» öffnete er sein privates Fotoalbum, stellte Bilder zur Verfügung und erzählt von seinem Leben und seiner Zusammenarbeit mit Udo Jürgens.

Die Anfänge:
Udo und Freddy Burger
«Udo Jürgens ist 1977 aus Steuergründen in die Schweiz gekommen und fragte Freddy Burger, ob er sein Management übernehmen würde. Das war der Anfang unserer Partnerschaft, denn wir waren mit meinem Sextett schon bei Freddy. Er war es denn auch, der uns zusammengebracht hat. Damals reifte bei mir auch die Idee, ein grosses Orchester zusammenzustellen. Ab 1980 begleitete ich Udo dann mit einer grossen Band.»

Pepe & Udo: Die Freunde
«Als wir uns 1977 kennen lernten, war Udo schon ein grosser Star. Es war eine Ehre für mich, mit ihm zu spielen, ich hatte grossen Respekt vor ihm. Während der 37 Jahre Zusammenarbeit ist natürlich eine echte Freundschaft entstanden. Wir unternehmen auch viel privat. Wir gehen nicht zusammen in die Ferien, aber wir gehen in der Regel jede Woche miteinander essen. Wir haben ein ausgezeichnetes Verhältnis. Wir tauschen uns über die Show aus, reden aber auch über Privates. Hauptthema ist aber schon die Musik. Grad gestern hat er aus Portugal angerufen und von der neuen CD von Tony Bennett mit Lady Gaga geschwärmt.»

Udo in der Schweiz
«Udo Jürgens nimmt am öffentlichen Leben in der Schweiz kaum teil. Öffentliche Auftritte, Premieren, Vernissagen oder rote Teppiche – das ist nicht sein Ding. Das macht er schon seit sehr langer Zeit nicht mehr. Er hat aber doch zwei, drei Schweizer Freunde, die nichts mit dem Showbusiness zu tun haben. Leute, die ihn irgendwann angesprochen haben und dann eine Freundschaft entstanden ist. Zum Beispiel diesen Rechtsanwalt aus Zürich, mit dem er seit mehr als zwanzig Jahren befreundet ist. Aber es sind nicht viele Schweizer Freunde, einfach auch deshalb, weil er auch mit 80 Jahren noch immer sehr beschäftigt ist. In Frauenfeld essen wir im «Goldenen Kreuz», in Zürich ist er regelmässig in der «Kronenhalle». Die wissen dort auch, wie man mit einem prominenten Mann umgehen muss. Sie setzen ihn nicht gerade in die Mitte des Restaurants. Das ginge nicht.»

Udos Stimme
«Je älter Udo wird, seine Stimme wird immer besser. Das ist phänomenal. Dabei macht er gar nichts. Keine Stimmübungen, keine Vorbereitung nichts. Vor dem Konzert trinkt er ein Glas Wein, betritt einfach die Bühne und singt los. Ein Gottesgeschenk.»

Die Zukunft
«Der erste Teil der Jubiläums-Tournee ist praktisch ausverkauft. Das sind rund 30 Konzerte in den ganz grossen Hallen. Danach ist eine weitere Tour im Frühling geplant. Das heisst: Wir machen einfach weiter. Udo hat schon immer gesagt, dass er nie eine Abschiedstournee machen wird. Solange er Spass hat, solange es die Gesundheit erlaubt und solange er beim Publikum gefragt ist, macht er weiter. Doch von Aufhören ist keine Rede. Momentan ist er topmotiviert und scharrt wie ein Rennpferd vor dem Start. Udo ruft mich täglich an, zuletzt gestern gegen Mitternacht. Das Leben auf Tour, seine Musik, das ist sein Leben und sein Lebensinhalt. Er käme zum Beispiel nie auf die Idee zu golfen. Er ist immer mit seiner Musik und seinem Werk beschäftigt.»

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper