Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Wahl der schönsten Schweizerin schon 2014 wieder live vom Schweizer Fernsehen (SF) übertragen wird. Der Zuger Immobilienunternehmer Guido Fluri (45), der dieses Jahr die kriselnde Organisation übernahm, führte dazu bereits erste Gespräche mit SF-Direktor Rudolf Matter und SF-Unterhaltungschef Christoph Gebel.

«Mir wurde versichert, dass man die Wahl nicht wegen der Quoten, sondern wegen des Inhalts des Formates absetzte», verrät Fluri dem «Sonntag». Man werde nun im Juni die Live-Show mithilfe von Privatsendern übertragen. «Danach werden wir das Ganze analysieren und noch einmal mit den Verantwortlichen des Schweizer Fernsehens zusammensitzen, um zu sehen, ob eine erneute Partnerschaft Sinn macht.»

Schon kommenden Dienstag will die Miss-Organisation im Zürcher Hallenstadion eine Pressekonferenz abhalten und informieren, wie es weitergeht. Guido Fluri: «Wir werden im ersten Jahr zwar nicht alles auf den Kopf stellen, trotzdem gehen wir konsequent einige Änderungen an.» In diesen Tagen würden die Verträge mit den TV-Sendern und mit neuen Sponsoren unterzeichnet. Und als Überraschung werde auch noch ein prominentes neues Verwaltungsratsmitglied vorgestellt.

Welcher Privatsender oder ob gar mehrere Sender im Juni die Wahl übertragen, will Guido Fluri noch nicht verraten. Der Erfolgsunternehmer konnte jedoch schon aus den Erfahrungen der Mister-Schweiz-Organisation seine Lehren ziehen: Gerademal 45 700 Menschen waren im Schnitt dabei, als die zwölf Männer vergangenen August auf 3+ um den Titel kämpften. Das war ein Marktanteil von 3,1 Prozent – und eine herbe Enttäuschung für die Macher und den Kanal.

«Die Gründe für den Erfolg oder Misserfolg einer TV-Sendung sind vielfältig und nicht immer klar zu greifen», sagte 3+-Chef Dominik Kaiser damals. Grundsätzlich glaube er aber nicht, dass Mister- oder Miss-Wahlen Auslaufmodelle seien.

Selbst wenn die Miss-Schweiz-Wahl 2013 ein grosser Erfolg wird, so wird es sehr schwierig, wieder zum begehrten Sendeplatz zurückzukehren – denn vor allem SRG-Chef Roger de Weck ist kein Fan der Show: «Diese Show ist ein komisches Deutschschweizer Phänomen. Vielleicht hat man aus Mangel an Promis da so eine Art komische Promi-Fabrik gemacht», sagte de Weck vor kurzem im Interview bei Roger Schawinski. «Ich mag ‹SF bi de Lüt› mehr als Miss-Wahlen.»

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